Das Tagebuch: Freitag, den 12.02.2010

Frank war bei mir und wir haben noch einige Kleinigkeiten am Fahrzeug gemacht. Wie immer ist Frank vorbereitet und ich bin völlig unvorbereitet. Nachdem mir Frank erzählt hat, dass wir nicht mehr als 20° C haben werden, habe ich erstmal meine Sachen umgepackt. Ich hatte nur T-Shirts bei und kurze Hosen. Jedenfalls werden wir Montag Vormittag hier aus dem verschneiten Berlin losfahren und hoffen in Richtung Sonne. Ich werde meine Kreditkarte und EC Karte mitnehmen und hoffen, dass das reicht. Alles weitere wird wohl Frank organisieren. Außer Kaffee werde ich noch eine Menge Dinge kaufen, ohne die ich nicht leben kann.

Montag, den 15.02.2010

Heute ging es los. Ich war gegen heute 10 Uhr zu Hause und habe einige Sachen gepackt und dann zu Frank und dessen Sachen ins Auto geworfen. Gegen 13:00 Uhr habe ich noch schnell in der Metro ein zweites Handy gekauft und bin ab auf die Piste. Dabei habe ich dann festgestellt, dass ich weder meine CDs noch meine DVDs eingepackt habe. Nur gut, dass ich mir für die Reise noch einen Fernseher mit DVD-Recorder gekauft habe, der mit DVTB funktioniert. Ich kann also damit so gar nichts machen, wie immer bin ich ja super vorbereitet. Wie auch immer, wir also los und ich habe die erste Lenkzeit übernommen. Noch in Good old Germany habe ich dann noch alle angerufen, um mich zu verabschieden. Frank hat eine Fresse gezogen, da ich mit Tine nun etwas länger telefoniert habe. Gegen 21:00 Uhr haben wir dann gewechselt und Frank ist weiter gefahren. Nachdem ich dann fertig war mit Tinchen zu telefonieren, habe ich versucht zu schlafen. Naja, total kalt im Auto aber die Erschöpfung ließ mich schlafen. Kurze Zeit später, Frank war weniger als 300 km und so um die zweieinhalb Stunden gefahren, mussten wir wechseln, da Frank zu müde war, um weiter zu fahren. Tolles Ding, ich war ja ausgeschlafen, nach einer Stunde im kalten Auto. Was soll es, wir wollen ja in die Wärme, also ich gab Gas. Frankreich, teuer und dreckig. Die sanitären Anlagen … Nein Danke. Jedenfalls bin ich dann bis so gegen halbvier gefahren und habe mich dann geweigert, weiter zu fahren. Ab da hat Frank wieder übernommen. Wir fahren in einem Rutsch durch, also von Berlin nach Marokko, um Zeit zu sparen. Somit kann ich dann wieder früher bei meiner Freundin sein und das ist es mir wert. Mit Frank habe ich das so besprochen und er macht mit. Geht ja auch gar nicht anders. Unser Auto ist immer noch total vereist, wir sind schon soweit gefahren. Sicherlich wird es erst in Spanien wärmer. Ich habe leichte Magenschmerzen, habe mich wieder mal super ernährt. Einen halben Käsekuchen von meiner Mutti und zwei Tüten Erdnüsse, dazu eineinhalb Liter Kaffee.

Dienstag, den 16.02.2010

Ich habe jetzt nochmal so bis gegen sieben Uhr geschlafen. Es ist kalt im Auto und ich habe auch nicht soviel Platz, da wir die Liegefläche nicht aufgebaut haben. Aber dennoch war ich so müde, dass ich schlafen konnte. Noch etwa 80 Kilometern sind wir dann aus Frankreich raus. Wir beide haben eine Antipathie gegen Frankreich, teuer und dreckig. Ich habe vom Eis essen mit meiner Tine geträumt, ach das fehlt mir. In Spanien möchte ich erst Mal richtig frühstücken gehen, mein Magen geht es nicht so gut. Frank versucht sich als Arzt, na ja … Ich glaube ich muss einfach bei MC D was Gutes essen und Kaffee trinken. Dann wird auch die Müdigkeit weichen. Ok, MC D haben wir nicht gefunden, nur eine Autobahn Raststätte. Preise wie im Hilton. Ich also nur einen Kaffee und ein Croissant und einen frisch gepressten O-Saft. Meine Freundin passt auf, dass ich Vitamine zu mir nehme, dann werde ich das auch hier machen. Bislang hat es geregnet, jetzt ist das Wetter allerdings besser. Die Heizung im Auto wurde auch schon gedrosselt und Frank fährt immer noch. Auch gut, ich bin immer noch etwas müde, vermisse meine Lieben in der alten Welt. 12:00 Uhr ist es und die Zeit vergeht gar nicht. Noch 1000 Kilometer vor uns, dann sollte die Fähre zu sehen sein. Wir waren eben noch (Mittagszeit 12:00 Uhr) bei Mc D. Ich dachte dort haben die einen Hotspot / Wifii und ich könnte das Tagebuch mailen. Aber falsch gedacht, was in Deutschland Standard ist, muss in Spanien noch lange nicht so sein. Es grüßt der sonnige Süden mit seiner Mentalität. Wir sind heute bis fast zur Fähre gefahren. Dann mussten wir übernachten und Frank hat ein Hotel mittels Navi rausgesucht. Angekommen mussten wir feststellen, dass es sich um ein mondänes 4 Sterne Hotel handelte. Also wir los uns ein Zimmer in einem Hostel zu buchen. Ich möchte das hier gar nicht weiter ausführen, allerdings so muss es sein, wenn man ganz langsam am Ekel stirbt. Ich werde komplett angezogen im Bett schlafen, Duschen ist scheinbar nur kalt möglich und die Toilette sollte man nicht berühren. Ich habe zu Frank gesagt, heute da es super spät ist, ansonsten nie wieder. Lieber gebe ich Geld für eine entsprechende Unterkunft aus. Und wer mich kennt, das soll schon was heißen. Ich hoffe ich kann heute Nacht überhaupt schlafen. Morgen wissen wir mehr.

Mittwoch, den 17.02.2010

Aufgewacht, vor Kälte, so gegen drei Uhr. Ich schlafe hier in einem Zimmer, wo weder eine Heizung ist noch Fenster, die sich schließen lassen. Also draußen ist es so um die 5° C und im Zimmer genau das gleiche. Es regnet ohne Ende und das macht es auch nicht kuschliger. Da ich gestern ja nichts mehr gegessen habe, bin ich jetzt hungrig wie ein Wolf. Ich bin um sieben Uhr aufgestanden und wollte duschen. Hey, im Knast ist es besser. Also der Bau hier ist sehr transparent, normal ist es hier ja auch sehr warm. Von 5 Duschen kam nur aus einer etwas Warmwasser, allerdings nur aus dem Rohr, der Duschkopf fehlte. Ich mich nackt gemacht, alles wurde klein und wollte sich verstecken. Wie gesagt, 5° C. Wasser an, warten und dann immer versucht irgendwie den Strahl abzubekommen. Der war schmal, klein und kraftlos. Ich mich eingeseift und darüber nachgedacht was besser wäre: Etwas zu stinken oder hier zu erfrieren. Nach endlosen Versuchen mich wieder vom Schaum zu befreien habe ich mich dann zitternd abgetrocknet usw. Jetzt habe ich meinen Beifahrer gesucht, der das Hostel ausgesucht hat. Ich glaube es nicht, Ihr könnt lachen, aber es ist die Wahrheit. Der hat, weil es hier so unangenehm ist im Auto geschlafen. Auf neuen Polstern, neuen Lacken und neuem Bettzeug. Sollte ich alleine wieder kommen, so liegt Frank einen Meter unter der Sahara. Ich werde mich jetzt stadtfein machen, heute setzen wir ja nach Tanger über. Hoffentlich ist es da etwas wärmer (gestern Abend waren es hier auch schon 13° C) und ich kann mich satt essen.

Mittwoch, den 17.02.2010 - 12:30 Uhr

Jetzt ist es 12:30 und wir sitzen auf der Fähre nach Tanger. Bei Lidl habe ich noch was zu Essen für mich gekauft, Schokolade, Kornriegel und Knabberzeug. Nicht besonders gesund aber ich benötige das für mein Gemüt. Hier in Tarifa (Spanien Andalusien) haben wir 17° C, hoffentlich ist es Marokko noch ein wenig wärmer. Dadurch dass es immer regnet und der Wind bläst, ist es gefühlt viel kälter. Jedenfalls ist das Auto gut verstaut und ich sitze hier mit einem Kaffee am Bullauge. Langsam fällt die Anspannung von mir ab, ich hoffe jetzt kann der Urlaub beginnen. Wir wollen heute noch nach Marrakesch, 500 Kilometer. Dann ist es wieder so spät, na schauen wir Mal. Da ich nur T-Shirts bei habe sollte es in Marokko schon warm sein. Frank ist sehr ruhig, ich weiß auch nicht. Vielleicht taut er noch auf. Ich denke ganz oft an mein Mädel, ich hätte Ihr das hier alles auch gerne gezeigt. Gleich legt der Pott ab, ich habe schon was gegen Reisekrankheit genommen, nicht nur ein reichhaltiges Frühstück und eine Tafel Schokolade, nein auch ein paar Tabletten. Die Fahrt auf der Fähre war ein Erlebnis. Nicht nur das Brechtüten verteilt wurden, nein, die wurden auch gebraucht. Eine unruhige See, eine Power Fähre und schon war die rasante Fahrt um ein vieles reicher. Nur gut, das ich vorher noch eine Anti-Brech-Pille genommen habe. Ich habe die Fahrt nicht wirklich genossen aber auch nicht gebro … Jetzt stehen wir hier im Hafen und warte auf die Abfertigung. Ein Trubel, ein Meer von Fehlinformationen und aufgeregte, kleine Männer. Ich sitze hier und warte, ich kann das. Jetzt fängt der Urlaub an und ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen. Ist eine gute Art Gelassenheit zu zeigen. Ein mir sehr wichtiger Mensch hat Mal gesagt: Du hast eine Geduld und Gelassenheit mit mir, wie ein Schaukelstuhl. Hier kann man sowieso nichts beschleunigen und somit ist auch diese Frage geklärt. Nach endlosen Minuten, gefühlten Stunden ging die Fahrt weiter. Nicht ganz so weit, da wir auch im hellen unseren Schlafplatz beziehen wollten. Wir haben uns auf einen Campingplatz eingemietet, billig aber naja. Hier sind viele Franzosen, die brauchen es scheinbar nicht so sauber. Dann waren wir in einem großen Einkaufscenter und ich habe erstmal die fehlenden Sachen nachgekauft. Wenn ich so weiter mache habe ich bald 20 Paar Duschlatschen, 300 Handtücher usw. Ich habe echt gar nichts bei und Frank der Streber ist komplett ausgestattet. Streber!!! Dann waren wir was Essen, alles auf Französisch. Genau meine Sprache, ich bin immer wieder überrascht was ich so bestelle. Den Anhalter, den wir mitgenommen haben, mußte sich erst mal mein Mädel ansehen und ich trage den Glücksbringer von Frau Krasselt. Ich hoffe er bringt mir Glück, ich glaube schon. Bin ja heute nicht unter gegangen mit der Fähre, ist ja auch was. Ein neues Handy mit einer Marokkanischen Handynummer habe ich auch. Wer mich anrufen will möchte doch die Nummer wählen, als Call by Call. Einfach bei Google suchen: Billig nach Marokko auf das Handy telefonieren.

Die Nummer lautet: 00 212 614757309

So, das war der heutige Tag, morgen geht es nach Marakesch. Da bin ich schon gespannt, was da auf mich wartet. An alle die an mich denken ganz liebe Grüße, Euer Ronny (eine bekommt tausend Küsse, aber Sie weiß schon das Sie gemeint ist)

Donnerstag, den 18.02.2010

Das war ein Tag, last es Euch erzählen. Jetzt ist es 23:44 Uhr und ich komme erst jetzt zur Ruhe. Aber von Anfang an.

Wir hatten ja uns eingemietet in einem Campingplatz, in der Nacht musste ich auf die Toilette. Da es aber ununterbrochen regnete, verschob ich dieses Vorhaben. Außerdem war es ja schei … kalt (ich darf diese Worte nicht mehr sagen, stehen auf der Index Liste) und ich wollte auf keinen Fall die Bettdecke lüften. Jedenfalls klingelte um 07:00 Uhr der Wecker und ich bin zur Rezeption, um mir den Schlüssel für die WW Duschen zu holen. Tolle Nummer, es lagen vier Hunde im Raum, bellten und knurrten mich an und ich dachte, hier endet meine Reise. Was ich nicht bedacht hatte, hier ist es eine Stunde früher als in Berlin, folglich war es erst 06:00 Uhr. Jedenfalls bekam ich den Schlüssel und als ich die Tür aufschloss dachte ich … nein, auch diese Wörter darf ich nicht mehr sagen. Ich habe dennoch geduscht und das hat mir auch ganz gut getan. Allerdings, morgens sind hier nur wenige Grad über Null, alles weitere brauch ich ja wohl nicht erklären. Schnell in die Klamotten und los zum Frühstück. Ich bestellte wie immer auf Französisch, bekam wie immer was ganz anderes. Aber ich bekam einige Teile meines Frühstückes, die Bestellung von Frank wurde gänzlich ignoriert. So sind wir dann weiter, ich satt und Frank ohne was zu essen, … happens. Auf nach Marrakesch, ich wollte um 14 Uhr da sein und dann ins Cybercafe. Habe ich auch geschafft, wusste ich nur nicht, da erst im Internetcafe sagte man mir, dass hier eine Stunde später ist - tolle Wurst. Also ich das gemacht was ich machen wollte und noch viel mehr. Im Detail möchte ich hier nicht darauf eingehen, aber soviel: Mein Computer-Mann hat mich enttäuscht!

Frank hat ganz brav gewartet und dafür möchte ich ihm nochmal danken. Ich war echt aufgeregt und jeder der mich kennt weiß, keine schöne Angelegenheit. Habe auch gleich wegen des Stresses eine Tafel Schokolade runter geschlungen. Wir haben dann beschlossen weiter zu fahren, da es nur regnete. Ok, rein ins Auto und los über das Atlas Gebirge, 186 Kilometer in 5 Stunden, oben angekommen Schnee. Jedenfalls sind wir bis in die Nacht gefahren und wollten dann auf einen Campingplatz übernachten. Ich kam auf die Idee schön Essen zu gehen, in einem Hotel, das ich gesehen hatte. Dort angekommen habe ich mich gleich eingemietet, ein sauberes Bett, warmes Wasser in der Dusche und am Handwaschbecken, ein geheiztes Zimmer und eine saubere Toilette. Das ist mir das Geld wert, ich bin einfach zu alt, um … zu erleben. Frank war einverstanden und dafür bin ich ihm zum zweiten mal dankbar. So, jetzt werde ich duschen, morgen nochmal. Vielleicht dusche ich auch zweimal morgen früh, warum? Weil ich es kann! Das war ein aufregender und anstrengender Tag. Ich werde wie ein Engel schlafen und von dem was mir wichtig ist, träumen. Alles Liebe von mir. Ach bevor ich es vergesse, auf Wunsch eines Einzelnen, Mischa Grün ist ein Freund. Tschüss, Ronny


Freitag, den 19.02.2010

Heute war ein guter Tag. Ich bin sehr früh aufgestanden und habe mit meiner Maus geskypt. Dann bin ich joggen gewesen, habe noch etwas Liegestütze, Crunches und Sit ups gemacht. Dann duschen, ohne Ende duschen. Mehrmals, ganz warm. Hey, war das schön. Ich bin dann in ein Telekaffee gewesen und habe einige Telefonate gemacht. Das hat gut getan, der Kontakt in die alte Heimat. Dann zurück haben Frank und ich gefrühstückt und uns über die vorlauten und aufdringlichen Franzosen aufgeregt. Hat natürlich nichts genutzt. Dann sind wir los, Richtung nirgendwo. Mondlandschaft und immer wieder mittendrin dann eine Oase. Also Oase ist vielleicht zu viel gesagt. Dann haben wir ein Campingplatz besichtig, den Frank rausgesucht hatte. Sollte schnell gehen, aber der Besitzer hat uns nun alles gezeigt, auch seine Frau. Aber ein Netter. Weiter ging es zum nächsten POI. Das war nichts, die Straße war überflutet. Hier hat es in den letzten Tagen echt viel geregnet (wie ich schon beschrieben habe) und schon ist alles überflutet. Das zog sich 100 Kilometer hin (glaube ich, wir sind heute ja nur 150 Kilometer gefahren). Jetzt sind wir in Zagora und wollen was essen. Da gab es die ersten Verstimmungen, also ich will weder in der Küche sitzen noch will ich sehen wo das Fleisch herkommt noch wie es zubereitet wird. Frank ist das egal, aber wer das hier gesehen hat muss entweder Bauer sein und selber schlachten oder einen festen Magen haben. Ich habe beides nicht. Jetzt haben wir ein Lokal gefunden, wo ich draußen sitzen kann und nichts sehe, Gott sei Dank. Frank labert hier alle Leute voll, na vielleicht hilft es. Mehr kann ich noch gar nicht schreiben, mit Frank ging es heute so. Vielleicht hat es geholfen, dass er ausgeschlafen hatte. Schauen wir mal was der Abend noch so bringt. Jedenfalls organisiert Frank alles und darin ist er richtig gut.


Freitag den, 19.02.2010 - Abends nach dem Essen

So, jetzt habe wir was gegessen. Ich habe eine Tarte au Pommes bestellt, einen Apfelkuchen. Bekommen habe ich einige Apfelscheiben in Milch mit Zimt, schöne Veräppelung (hatte ein anderes Wort im Kopf, aber Ihr wisst schon, die Liste der Index-Wörter). Frank hat sich dolle aufgeregt, ich auch. Dennoch war es sinnlos und ich habe meinen Ärger nicht so gezeigt. Was soll ich hier auch machen. Frank hat a lot of people kennen gelernt, einen Campingplatz haben wir uns angesehen, den sonst niemand belegen würde. Der andere Campingplatz ist echt gut, allerdings ist es mit der Sauberkeit der sanitären Anlagen nicht so gut bestellt. Wir haben zusammen noch ein Tee getrunken und ich habe noch etwas mit meinem Mädel geskypt. Hier gibt es einen Wifii Zugang und das erleichtert mir auch das Tagebuch einzustellen. Mittlerweile ist es schon wieder 00:15 und ich werde jetzt auch mich langsam fertig machen und in das kalte Bett steigen. Tagsüber haben wir hier über 20° C, aber Nachts fällt die Temperatur schon bis auf 5° C und das im isolierten Auto. Morgen fahren wir in die Sahara, also erstmal schauen wie weit wir kommen. Bleibt ganz ruhig und gelassen, niemand braucht sich Sorgen machen. Ich verspreche Euch allen, ICH KOMME WIEDER, so schnell werdet Ihr mich nicht los. Ha, Ha, bis denne, liebe Grüße von mir, Fiedler


Samstag, den 20.02.2010

Diese Nacht hat mich gelernt, bereitest du Deine Reise nicht richtig vor, dann kann du vor Kälte nicht schlafen. Soll heißen, Ronny hat die dünnste Decke, die es gibt dabei und das bei ca. 5° C. Tagsüber ist es so um die 20° C aber nachts kühlt es sich schnell runter. Jetzt muss ich mal sehen, ob ich hier noch eine Decke kaufen kann, ich habe so gefroren (obwohl ich angezogen war), dass ich kaum schlafen konnte. Ich will wieder ins Hotel, Ha, Ha. Heute fahren wir in die Sahara in der Nähe von Mhamid. Da suchen wir uns eine Piste. Sollten wir keine Piste finden, so werden wir mit unserem Lastwagen (Transit) wohl nicht so weit kommen. Jetzt haben wir unser Frühstück zu uns genommen. War ganz gut, außer das Rührei, das hat noch gelebt. Jetzt planen wir den Sahara-Trip. Ich habe Tine erzählt, dass wir nicht inmitten der Sahara campen. Allerdings, wenn wir eine Piste finden, müssen wir eine Nacht in der Pampa schlafen, da wir die Strecke von den Kilometern gar nicht schaffen können. Also wenn es so ist, werde ich das abstreiten, alle Jungs die das hier lesen werden wissen warum! Jedenfalls haben wir uns aufgemacht, eine befahrbare Piste zu suchen. Diese auch gefunden und los ging es. Manchmal schnell, überwiegend in ersten und zweiten Gang. Wir hatten uns schon gefreut, das die Piste weiter geht, im Atlas war die Piste unterbrochen. Nach drei Stunden, langsamer und Trial Fahrt durften wir feststellen, das wir im Kreis gefahren sind. Dennoch war es ein Erlebnis durch die fast unberührte Natur zu fahren. Nun hat sich heraus gestellt, dass wir doch nicht im Kreis gefahren sind. Wäre aber besser gewesen, dann hätten wir wenigsten gewusst wo wir sind. Jedenfalls haben wir eine Piste gefunden und Frank hat folgendes gesagt:’¡È Wo eine Piste ist, da ist auch ein Ziel.’¡È Jetzt fängt die Geschichte an. Wir also auf die Piste und los ging es. Als erstes kam eine Steinpiste in einer Steinwüste. Das ging ja noch mit der Transee aber es geht ja noch weiter. Dann kann ein kleiner Bach in den wir uns dann auch sofort fest gefahren haben. Alter Fuchs. Also wir unsere Sandbleche vom Auto geholt und die Bleche erstmal versucht unter die Räder zu bekommen. Dann leicht Gas gegeben und einige Marokkaner die dabei standen haben uns geholfen beim Schieben des Autos. Jedenfalls ich Gas gegeben und die Bleche sind unter den Vorderrädern verschwunden, aber Meter haben wir geschafft. Das haben wir dann solange gemacht, bis wir alle aussahen wie die Schweine. Das Fahrzeug stand ja im Wasser. Jedenfalls war gleich danach alles voller Sand und ich Voll Gas. Volle Pulle, der Motor heulte und das Auto stellte sich auf. Ich knallte über den Sand, über die Steine und Frank rannte hinterher. Ich musste ja solange fahren, bis ich wieder festen Untergrund hatte. Dann ging es weiter. Dann kamen einige Flussüberquerungen. Bei einer der Flussüberquerung haben wir uns dann nochmal festgefahren. Da wir schon Erfahrungen hatten wie man sich befreit, war das eine kleine Übung. Danach gab es eine weitere Durchfahrt und da musste ich es krachen lassen. Viel Sand, ohne Ende Steine und ein unebener Untergrund. Ich Rückwärts um Anlauf zu nehmen, erster Gang %G–%@ Vollgas. Zweiter gang wieder Vollgas und ab geht die Post. Das Auto sprang, ging wie ein Pferd vorne hoch und knallte wieder auf. Frank sah das und fing an zu weinen, ich stand unter Stress und dachte so bei mir, wenn wir hier das Auto zerlegen, hier kommt niemand vorbei. Dann dachte ich, man kann auch anders einige tausend Euro verbrennen. Nach der ersten Kontrolle: vordere Stoßstange andere Form und rechter Reifen defekt. Alles egal, wir also weiter. Dann wieder eine Durchfahrt . Ich frohen Mutes da es ja schon mehrmals geklappt hatte und drauf los. So, die Wahrheit ist, nach ca.60 bis 100 Metern war die Fahrt vorbei. Hoffnungslos im Flussbett versunken, nichts gegessen, musste auf Toilette und sah dreckig aus. Nichts ging mehr. Auf einmal kam eine Land Cruiser, einige Marokkaner sprangen aus dem Auto und erklärten uns, den Weg kann man nicht befahren. Jedenfalls haben die uns rausgezogen, Toyota Land Cruiser halt. Dann hat sich der eine der Marokkaner hinter das Steuer unseres Autos gesetzt und ist das Auto zurück gefahren. Ich auf der Beifahrerseite, na das war was für mich. Bei der ersten Flussdurchfahrt wo wir uns festgefahren haben, fuhr sich der Driver auch fest. Hey, die den Toyo vor gespannt und das Abschleppseil war noch nicht gespannt, der Toyo Vollgas. Der Transit kurz geruckelt aber sich nicht weiter bewegt. Sechs Mann das Auto ausgebuddelt, den Toyo noch mal davor und Voll Gas. Die Transe kam frei und der Toyo verlor sein Ölwannen Schutz. Wir dann erstmal den reifen gewechselt, eigentlich hat die Arbeit der Marokkaner gemacht. Jetzt sitzen wir bei dem Marokkaner in Haus, lassen und verwöhnen mit Getränken und hoffentlich auch bald was zu Essen. Ich bin super müde, muss immer noch auf die Toilette. Da ich mir heute auch noch eine Decke gekauft habe, werde ich wohl nicht frieren. Wir sitzen jetzt hier seit Stunden und warten auf dem Essen. Mittlerweile war ich auf der Toilette, hier gibt es allerdings kein Strom. Also ich auf der Arabischen Toilette ( also ein Loch in der Erde ) ohne Licht und das alles in einer nicht bequemen Lage. Ich reduziere mich hier auf das wesentliche. Aber auch die Unterhaltung ist besonders interessant. Die Gastgeber sprechen nur französisch und marokkanisch, ein wenig englisch und wir deutsch und auch ein wenig englisch. Hier läuft viel über Hände und Füße. Aber so vergeht auch die Zeit und mir ist nicht langweilig.


Sonntag, den 21.02.2010
Die Nacht war super, ich hatte mir ja noch eine Decke gekauft, da ich so gefroren habe. Erstmal ist die Decke riesengroß, so dass ich diese doppelt legen konnte. Dann ist die decke extrem dick, vielleicht auch aus Kamelhaar. Jedenfalls ist die Decke superwarm, ich dachte ich bin in einer Sauna. Das ein einzig nachteilige daran ist, die Decke ich auch superschwer. Es ist so, als ob man sich mit einer Tür zu deckt. Aber auch das Atmen unter der Decke ist schwer, da die Decke ja auf die Lunge drückt. So, das zum Thema neue Decke. Heute Morgen war ich erstmal eine halbe Stunde joggen und etwas Liegestütz usw. - gut für Body and Brain. Dann war ich hier bei unserem Gastgeber duschen, das versprochene Warmwasser erwies sich als ausschließlich Kaltwasser. Ich brauche euch ja wohl nicht erzählen, was das nun wieder für eine Erfahrung war. Morgens hier so um die 8° C, dann unter der Dusche mit gefühlten -15° C. Also ich sprang von einer Ecke zu nächsten. Wie auch immer, alles was nicht tötet härtet ab. Jetzt haben wir ein Frühstück bekommen und machen weiter. Ich hoffe das wir heute wieder auf Zivilisation treffen und ich telefonieren kann und die E-Mails versenden kann. Ich muss sagen, hier sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. Ohne die Hilfe der Einheimischen würden wir wohl noch immer im Fluss stehen. Aber auch das Erlebte lässt Frank und mich etwas näher aneinander rutschen und das freuet mich. Jetzt sind wir auf den Weg nach Foum-Zguid. Auf dem Weg dahin haben wir eine kleine Pause gemacht und es kam ein Marokkaner auf einem Mopped. Der gleich, in Deutsch, uns gefragt, ob alles in Ordnung ist mit uns und dem Fahrzeug. Wir bejahten diese Frage und der kleine Marokkaner legte sich unter das Auto. Und siehe da, man glaubt es kaum, Anschluss des Öldruckgebers weggerissen und der zweite Kühler hing nur noch an den Schläuchen. Er bot uns an mit ihm zu seiner Werkstatt zu kommen und uns den Schaden zu reparieren, ich nahm das Angebot sofort an. Da Frank ja bei mir mit im Auto sitzt, nahm Frank das Angebot auch irgendwie sofort an. Wie der Zufall es will, war der Weg wieder etwas beschwerlich, eine Flussdurchfahrt, ohne Wasser aber dafür mit tausenden von Steinen. Der kleine Marokkaner lief vorweg und schaffte die Steine (nur die großen) aus dem Weg und ich dachte schon bei mir, warum gehts du ins Fitness-Studio, dieser kleine Mann stemmt Steine, die ich im Leben nicht bewegen würde. Nun gut, auch das wurde gemeistert, habe ja gestern viel gelernt die Ginge langsam, langsam anzugehen. Meine Taktik, mit Gewalt geht alles hat sich nicht bewahrheitet. Stoßstange gebrochen, Kühler hängt auf halb acht, Öldruckgeber defekt, Reifen zerstört und vielleicht noch viele kleine unsichtbare Schäden. Frank ist jetzt beim Mechaniker und …, nein er hilft einfach dabei. Sollen der Ingenieur und der Marokkaner das mal machen, ich bin nur für das Kaputtfahren zuständig. Man was fummeln die darum? Ich raus und wieder Hand angelegt, zum Ärger von Frank. Meine Gedanken sind eigentlich nur, dass ich kein Handy Empfang habe, das macht mich fertig. So kann ich meiner Maus noch nicht mal eine SMS senden. Schauen wir mal wie die Reparatur verläuft …



Sonntag, den 21.02.2010 - 14:00 Uhr

Jedenfalls sind Frank und der Mechaniker kräftig am machen. Ich hatte mich kurz eingemischt, dann aber die Lust verloren, lieber einige meiner Dosen Thunfisch und Muscheln aus den Wagen geholt und diese mit Keksen gegessen. Nicht nur der Kühler wurde wieder befestigt auch die Stoßstange wurde notdürftig mit einem Blech und Popp-Nieten wieder instand gesetzt. Der angerissene Druckschalter für Öl konnte nicht ersetzt oder repariert werden und somit spielen wir ab jetzt Russisch Roulette. Sollte es ein Problem mit dem Öldruck oder der Menge des Ös; geben werden wir wohl den Motor verheizen, … Happens. Nachdem ich dann noch die Schwiegertochter, Frau und Tochter des Mechaniker kennen gelernt habe und das Auto von innen noch etwas geputzt habe, konnten wir los. Endlich auf einer in der Karte eingezeichneten Piste, die gut befahrbar sein sollte. Wir also los und haben die Piste auch gut gefunden. Diese Piste war gut befahrbar, so um die 20 Kilometer die Stunde. Wenn da nicht ab und an Reifenspuren gewesen wären, hätte man auch sagen können hier ist die Natur, hier ist Wüste. In etwa drei Stunden Fahrt schafften wir 30 bis 40 Kilometer. Dann kam eine planierte Piste. Diese allerdings so planiert, dass alle Steine noch rausschauten. Dennoch konnten wir so um die 50 kmh fahren, allerdings nicht lange. Durch die starken Regenfälle waren ab und an einfach Teile der Straße weggespült und wir konnten sehen wo wir bleiben. Immer eine Ausweichpiste suchen, am Loch vorbei fahren und aufpassen nicht stecken zu bleiben. Aber auch die Bodenfreiheit und die Überhänge des Fahrzeuges nicht vergessen. Allerdings gab es das Gelände nicht her, unbeschadet mit den Fahrzeug eine Alternativroute zu bewältigen. Alles voller Schotter, Sand und Unebenheiten. Die Hängerkupplung ist mehrmals aufgesetzt, eigentlich immer. Die Stoßstange ist unten rum jetzt auch abgeschrammt und die Dämpfer sind an Ihre Grenzen gekommen. Ich kann es gar nicht beschreiben wie wir uns vorwärts gekämpft haben. Die Sandbleche wurden wieder vom Dach geholt und wir kämpften uns durch das Gelände. Ich hatte schon den Eindruck ich bin in der Fremdenlegion, zumal es total warm war und ich eine leichten Sonnenbrand auf den linken Arm bekomme. Warum, na weil diese lässig aus dem Fenster hängt, wenn ich fahre. Kurz gesagt haben wir heute für etwa 60 Kilometer 7 - 8 Stunden gebraucht. Inklusive frei buddeln, zu Fuß das Gelände erkunden und langsam mit den Auto (Schrittgeschwindigkeit) durch das Gelände zu fahren. Endlich in Foum Zgouid angekommen, haben wir was gegessen. Echt gut aber echt teuer (so für Marokkanische Verhältnisse). Da wir die gesamte Zeit weder Handy Empfang noch was anderes hatten, habe ich erstmal telefoniert und gemailt. Dann nach dem reichhaltige Essen (ich bin immer noch vollgefre …) sind wir weiter gefahren nach Tata. Jetzt stehen wir auf einen Campingplatz der uns gar nicht mehr aufnehmen wollte. Ich habe allerdings von den Wunsch einer einzelnen Person erzählt, die nicht möchte, wenn ich wild campe. Schönen Gruß an …, ich küsse Dich und stehe hier sicher. So, jetzt ist es so gegen 00:45 Uhr und ich werde dann jetzt Schluss machen für heute. War ein langer und anstrengender Tag. Bis morgen und liebe Grüße an alle die an mich denken.


Montag, den 22.02.2010

Wir haben es nach europäischer Zeit 08:50 Uhr und hier ist es eine Stunde früher. Ich sitze in einem Straßenkaffee und warte auf die Öffnung eines Internetladens. Der Campingplatz, wo wir sind, ist der letzte Dreck, weder warme Duschen noch sonstige, annehmbare sanitäre Anlagen. Wo immer viele Franzosen sind sieht es auch wie in einen Schweine Stall. Geschlafen habe ich auch kaum, ich glaube mir fehlt so eine Grundzivilisation. Man bekommt hier einiges, es ist im Vergleich zu den Lebenshaltungskosten auch recht teuer. Ich denke wir weißen Langnasen bezahlen immer den Touristen Zuschlag. Frank schläft noch und ich trinke einen Kaffee. Heute Nacht war es ganz warm, so daß ich meine neue Decke gar nicht gebraucht habe. Allerdings ist die Liegefläche im Auto doch recht klein. Heute fahren wir wohl nur asphaltierte Straßen, erstmal schafft man dann Kilometer und zweitens glaube ich nicht, dass unser Auto noch weitere Strapazen übersteht. Langsam kommt Leben hier in das Dorf und ich werde gleich mal nachsehen, ob Frank schon aus seinem Koma erwacht ist. Jetzt waren wir frühstücken und jetzt geht es weiter nach Tiznit über Akka und Bouzakarne. Sollte nicht das Problem sein, da wir überwiegend gute Straßen benutzen. Allerdings werden wir noch mal einen Abstecher über eine Piste nehmen. Noch fährt das Auto, es wäre doch gelacht, wenn wir den Wagen nicht klein bekommen würden. < Sollte der Transit das überleben, so war das die beste Probefahrt, die ich mir vorstellen kann. Die Sonne scheint und wir erwarten deutlich über 20° C.


Montag, den 22.02.2010 gegen 16:00 Uhr

Nach einem schönen Frühstück in alle Ruhe und einem schnellen Internetcafe sind wir dann los gefahren. Hier war das Unwetter nicht ganz so doll. Allerdings war die eine oder andere Straße überflutet oder voller Steine. Zwei etwas prekäre Situationen haben wir erlebt. Erst war eine Straße überflutet, in die ich langsam rein gefahren bin. Tolle Wurst, gleich stecken geblieben inmitten des Baches. Jetzt aussteigen und die Sandbleche heraus holen - Niemals. Mit Geduld und Ruhe (zwei meiner Stärken, Ha, Ha) habe ich dann das Auto rückwärts wieder flott bekommen und bin zurück gefahren. Jetzt stand ich genau da wo ich vorher auch stand, war also völlig sinnlos. Ich also weiter rückwärts und dann volle Leistung vorwärts. Hey, das Wasser spritzte meterhoch und ich trieb den ollen Transit vorwärts. Kurz bevor ich mich fest gefahren habe, erreichte ich den rettenden Asphalt und dann weitere Serpentinen. Leute, die Berge sind eingestürzt und wir mittendrin. Jedenfalls mit schnell fahren war schon gar nichts und hinter jeder Kurve konnten Felsbrocken liegen. Einmal war die komplette Fahrbahn mit Felsbrocken übersät, so dass wir mühselig eine alternative Strecke daneben befahren mussten. Diese war so breit wie der Transit plus 5 Finger. Jetzt sind wir nach 5 Stunden Fahrt und 90 Kilometer in einem Dorf wo wir erst mal was Essen. Wir sind dann weiter gefahren und ich war gut müde. Immer aufpassen wie der Zustand der Straße ist. Immer gibt es Löcher, Überschwemmungen oder Hindernisse, das schlaucht. Und jetzt nach dem Essen wurde ich immer träger. Also habe ich für die letzten 300 km Frank das Steuer überlassen. So wie der Gas gegeben hat, hat er schon darauf gewartet. Jedenfalls gibt Frank richtig Gas, ist ja auch schon fast sieben Uhr und wir haben noch fast 300 Kilometer nach Tiznet. Ich möchte da gerne ein Hotelzimmer beziehen, da wir ja heute nicht duschen konnten. Ich sitze jetzt hier auf er Beifahrerseite und versuche das Tagebuch zu schreiben. Das Gefühl ist ein wenig so, als ob ich auf einem Kamel sitze. Alles wackelt und mir wird schlecht. Nach endlosen Stunden, schlechten Straße und in Dunkelheit sind wir in Tiznit angekommen. Für diese Nacht haben wir uns ein Hotelzimmer gegönnt.



Dienstag, den 23.02.2010

Hallo Leute, heute wollte ich schreiben, dass der heutige Tag eigentlich langweilig war. 200 Kilometer in 5 Stunden gefahren, immer nur Serpentinen. Dass Frank seinen Gedanken hinter her hing und ich auch nicht reden wollte, konnte ich volle 5 Stunden so über das Eine oder Andere nachdenken. Unsere heutige Tour war geplant von Tiznit über Tafraoute nach Igherm und weiter nach Talioulne. Das zur Planung und jetzt wird es spannend. Bis nach Igherm sind wir gekommen und haben eine Essenpause gemacht, um uns dann, etwa eineinahalb Stunden später nach unseren Zielort aufzumachen. Nach weiteren 25 Kilometern war auf einmal die Straße weg. Tolle Wurst, wir haben uns alles angesehen, um zu sehen, ob wir doch irgendwie weiter kommen - UNMÖGLICH. Wir sind dann wieder nach Tata gefahren, wo wir heute übernachten. Die Straße war teilweise von Steinen blockiert, die die Berge runter gefallen sind. Aber auch weggeschwemmte Straßenteile gab es und andere Schwierigkeiten. Für diese lächerlichen 85 Kilometer haben wir dann weitere 2 Stunden und 18 Minuten gebraucht. Nun ist es 21:30 Uhr und wir sind da. Da der Campingplatz ja so eklig war, habe ich gesagt, dass wir irgendwo schlafen (im Auto). Frank war sofort einverstanden. Jedenfalls können wir morgen gut frühstücken, das haben wir ja vorgestern schon rausgefunden. Na dann………Gute Nacht.



Mittwoch, den 24.02.2010

Wir sind gestern dann noch weiter gefahren, von Tat nach Foum Zguid gefahren, da sind wir dann gegen halbzwei in der Nacht angekommen. Wir haben uns einen Schlafplatz in der Nähe eines Frühstückslokal gesucht und haben die Nacht am Straßenrand verbracht. Da wir ja schon mal hier waren, wussten wir ja, dass der Campingplatz mit den Franzosen unter alles Sau ist, das brauchten wir uns nicht noch mal antuen. Das Frühstück war einfach aber ausreichend, ich habe ein Omelette gegessen, dazu Brot. trocken, Butter gab es nicht. Dazu ein Cafe au Lait und einen frisch gepressten Orangensaft (Ich soll auf Wunsch einer einzelnen Person immer Vitamine zu mir nehmen.) Ja, das war mein Frühstück, das Omlette habe ich noch nicht mal ganz gegessen. Ich habe es im Moment nicht so mit dem Essen. Und wenn man sich den Raum anschaut, wo das Essen vorbereitet wird (neben der Toilette), dann muss man schon Rohrleger sein, um das dann zu essen. Alles weitere überlasse ich Eurer Fantasie. Wir sind dann nach Agzd gefahren und sitzen jetzt hier beim Mittagessen. Es ist zwei Uhr und da wir die ganzen Tage vorher ja keine Pausen gemacht haben, ist es seit 3 Tagen Pflicht, mittags was zu essen. Außerdem hat jemand den Wunsch, dass ich noch etwas zunehme. Das klappt ganz gut hier, da ich ja überwiegend im Auto sitze. Wir haben noch einen Anhalter mitgenommen und Retter in der Not gespielt. War ganz einfach, jemand hatte eine Autopanne und wir haben im nächsten Dorf die Familie benachrichtigt. Wetter ist super, ich schätze deutlich über 20° C. Heute und die nächsten Tage geht die Fahrt ins Ungewisse. Wir müssen Pisten suchen und versuchen unser Fahrzeug durch die Pisten zu treiben. Frank hat schon wieder einen neuen Freund gefunden und wir unterhalten uns hier auf französich, deutsch, englisch und Hände Sprache. Klappt aber eigentlich immer ganz gut. Heute habe wir ganz viel gute Taten vollbracht. Sicherlich bis zu 10 Leute mitgenommen. Die Menschen stehen am Straßenrand und winken. Man hält an und wenn es auf dem Weg liegt, nimmt man die Menschen mit. Nicht ein paar Meter, nein sondern im zweistelligen KM-Bereich. Jetzt sind wir in Rissani und wollen was essen. Egal was wir bestellen, das gibt es gerade nicht. Außerdem lassen wir unseren kaputten Reifen flicken. Morgen wollen wir in eine Düne auf Sandschlacht. Ich habe erstmal richtig Geld abgeholt, ich weiß auch nicht wo das immer bleibt. Dennoch habe ich die Taschen voller Geld, ich kann telefonieren und mir ein Zimmer nehmen. Das brauche ich auch, da ich duschen will. Frank will im Auto schlafen, auch gut, passt wenigsten einer auf. Alles stressig, wir fahren den ganzen Tag, dann was essen und ins Internetcafe. Dann schlafen, das brauche ich auch. Bin total übermüdet und das Fahren strengt mich an. Bin gespannt wie es morgen wird. Jetzt habe ich mir ein Zimmer genommen. Leider nicht alles probiert, dafür aber im voraus bezahlt, da der Wirt es wollte. WC funktioniert nicht, Dusche der Duschschlauch so kaputt, dass alles nass wird, außer mir und kein Warmwasser. Das hier ist echtes Überlebenstraining für mich. Allerdings bin ich so müde, dass es mir jetzt auch egal ist, bis morgen.


Donnerstag, den 25.02.2010

Guten Morgen, liebe Tagebuchleser. Ich sitze hier in der Sonne und schreibe mein Tagebuch. Gestern hatte ich mir ja noch ein Hotel Zimmer genommen in der Hoffnung, dass ich warm duschen könnte. Das war auch nur eine Hoffnung. Langsam geht mir die Mentalität hier auf den Geist. Hier sind alle nett und freundlich aber diese Improvisation und nichts richtig machen strengt meine Nerven an. Beispiel: In meinem Zimmer ging die WC Spülung nicht. Ich beschwerte mich und der Chef sagte, es muss aufgedreht werden. Habe ich gemacht, mit dem Erfolg, dass die ganze Nacht der Spülkasten lief. Also, bevor hier etwas nachhaltig repariert wird, wird lieber die Angelegenheit abgestellt, verändert oder gar nichts gemacht. Dann war ich ja gestern noch im Internetcafe. Beim Verlassen des Cafes (im ersten Stock) bin ich dann noch alle Stufen runter gefallen. Die Stufen waren voller Sand und ganz kurz, Prellungen am Ellenbogen (so das ich nachts immer davon aufwachte) beide Beine verletzt, Knöchel aufgeschlagen usw. Hätte man die Stufen gefegt, könnte sowas erst gar nicht passieren. Jetzt sitze ich hier in einem Kaffee und warte auf meinen Kaffee. Das auch schon wieder eine kleine Ewigkeit. Sport hier zu machen ist auch ein weinig aussichtslos, ich kann ja noch nicht mal duschen, zumindest nicht warm. Ein wenig freue ich mich schon wieder auf die Zivilisation in Good Old Germany und ganz doll auf meine Lieben. Frank und ich sind heute in die Wüste gefahren. Probeweise in einen Sandhaufen und sofort stecken geblieben. Wir waren gerade mal mit den Vorderrädern drin. Tolle Wurst, konnten sofort wieder buddeln und die Sandbleche vom Auto holen. Also für Sand taugt der Wagen nun wirklich nicht, zu schwer. In der Stadt hat Frank noch Fleisch gekauft und das grillen wir hier. Also grillen mit einer Pfanne, gar nicht einfach, da es hier windig ist und der feine Sand nun wirklich überall ist, auch auf dem Fleisch. Sieht man nicht, aber beim Essen knirscht es im Mund. Dann wollte ich noch etwas Sport machen, aber hier sind bestimmt um die 28° C oder mehr, der Sand verläuft unter einen und man hat keinen festen Stand. Also habe ich das Projekt sofort wieder aufgegeben. Ich habe dafür eine Tüte Sand mitgenommen, das habe ich einer sehr lieben Person versprochen. Heute ist der 25.02.2010 und JUSTE hat heute Geburtstag. ALLES LIEBE UND GUTE VON MIR! Viel reden tut Frank nicht und so bin ich hier mit meinen Gedanken. Manchmal ist es so, als ob ich alleine gefahren wäre, ich hätte mir mehr Ablenkung gewünscht. Die Gedanken kann man leider nicht abschalten und das Kopfkino läuft den ganzen Tag. Außer wenn wir uns mal wieder festgefahren haben oder keine Straße mehr da ist oder wir im Fluss stehen. Die Zeit vergeht hier ganz langsam, jedesmal wenn wir stehen bleiben kommen Menschen angerannt, die uns belagern und uns was verkaufen wollen. Beide sind wir davon schon ganz schön genervt. Den zerstörten Reifen haben wir mittlerweile flicken lassen und der ist schon wieder auf dem Auto. Appropo Auto, das Fahrzeug werde ich wohl nie wieder sauber bekommen, alles voller Sand und Schlamm, Na Danke. Jetzt ist es gegen 15 Uhr und wir machen gleich weiter. Aufräumen und wieder Auto fahren, mir ist auch langweilig hier. Nachdem wir dann alles abgewaschen, aufgeräumt und eingepackt hatten, sind wir los auf die Piste. Auf einmal sagte Frank, lass und mal hier fahren, aber nur so weit bis sich der Wagen einsandet. Wie soll ich das machen, wenn sich der Wagen einsandet ist es ja schon zu spät. Was soll ich sagen, logisch habe ich mich eingesandet. Gleich kamen viele kleine Kinder die uns schon beobachtet haben. Allerdings wollten die Kinder uns was verkaufen, betteln oder so. Frank hat die Kleinen gleich verhaftet, um zu schieben. So bekamen wir den Wagen wieder flott. Allerdings habe ich vorher mit meinen Händen den Sand unter dem Wagen weggemacht. Wir sind dann weiter die Pisten gefahren und auch das werdet Ihr mir nicht glauben: Wir haben uns in der Sahara gleich verfahren. Die Asphalt Straße muss doch irgendwo sein. Aber keine Sorge, wir haben die Straße dann doch noch gefunden und sind nach Er-Rachidia oder auch zusammengeschrieben. Dort haben wir ein Hotel gefunden, wo wir im Auto schlafen können und gegen Bezahlung die Dusche im Zimmer benutzen können. Wir wollen etwas mit den finanziellen Mittel sparsam umgehen. Jetzt sitzen wir in einem Restaurant und essen was. Wie immer, nach Murphys Gesetz, ist alles was ich essen will gerade aus. Wenn was schief gehen kann, geht es schief. Ich bin etwas müde, etwas traurig und ich freue mich auf zu Hause. Hier im Lokal trinke ich frisch gepressten O-Saft, bestimmt zur Freude der Menschen, die wollen, dass ich Vitamine zu mir nehme. Für heute ist Schluss, ich wünsche allen eine gute Nacht, guten Morgen oder einen schönen Tag, je nachdem, wann Ihr das hier lest. Ronny





Freitag, den 26.02.2010

Es ist halbneun und ich bin schon wieder fit. Gestern waren wir noch in der Stadt, haben was gegessen und sind dann zurück zum Hotel. Dort haben wir noch geduscht. Gegen ein Uhr war dann Nachtruhe, ich konnte allergings gar nicht schlafen und war froh, gegen zwei dann doch eingeschlafen zu sein. Aber um vier war ich wieder wach und habe mich echt gefreut, als ich so um acht aufstehen konnte. Jetzt warte ich, bis hier das Restaurant aufmacht und ich eine Kaffee trinken kann und was Kleines essen. Irgendwie habe ich noch keinen Hunger. Gestern war es ja so warm, dass ich mir gleich einen leichten Sonnenbrand geholt habe, obwohl ich Creme habe und aufpasse. Morgens ist es hier allerdings recht kalt, die Temperaturunterschiede sind schon gravierend. Wie schon so oft hier mussten wir feststellen, dass die gemachte Aussagen nichts Wert sind. Auf der Nachfrage, wann es Frühstück gibt, sagte man uns, gegen neun. Jetzt ist es fast zehn und kein Frühstück in Sicht. Wir fahren jetzt weiter nach Rich und dann weiter nach Tinerhir. Wir sind kleinere Pisten gefahren, wo nur immer ein Auto drauf Platz hat. Wenn uns einer begegnet, muss der Eine oder der Andere oder beide von der Straße fahren, um vorbei zu kommen. Wir haben dann irgendwann mal alle Lichter am Auto eingeschaltet und anscheinend hat man uns für die Polizei oder einen Krankenwagen gehalten. Jedenfalls sind sogar die überholten Wagen rechts ran gefahren und haben angehalten bis wir vorbei waren und die entgegenkommenden sind auch gleich von der Straße gefahren. Man war das ein Spaß. Wir sind durch viele ärmliche Ortschaften gekommen, die scheinbar noch nie ein Tourist besucht hat. Dann wollten wir was essen, eh, das ist eine Odyssee. Nie weiß man was man bekommt, was es kostet oder wie es schmeckt. Weiter brauch ich ja wohl nichts sagen. Ich habe mich erstmal mit Schokolade eingedeckt, um mein Gemüt zu beruhigen. Für alle Daheimgebliebenen, wenn man denkt jetzt ist alles schei… , es kann noch immer schlimmer kommen oder wenn man denkt es geht nicht mehr, öffnet sich eine Tür. Viel habe ich nicht mehr zu erzählen, nach langen Verhandlungen haben wir uns ein Hotel Zimmer genommen und gehen jetzt getrennte Wege. Schlechte Straßen, Staub und das Chaos, was wir heute erlebt haben, ist mit einer warmen Dusche vergessen. Bis dann … Ronny


Samstag, den 27.02.2010

Die Nacht war ganz Ok, wir haben ja im Hotel übernachtet. Morgens gab es ein Frühstück, nicht besonderes aber ausreichend. Heute haben wir auf den Weg nach Marrakesch einen Abstecher ins Hinterland gewagt. Öde und trostlos, hätte man sich sparen können. Das einzig Aufregende ist die Konfrontation mit der örtlichen Polizei. Man wird angehalten, weil man zu schnell war oder nicht angeschnallt oder irgend etwas anderes. Dann möchten die Polizisten eine Strafe kassieren, die ich aber nicht zahlen möchte. Anschließend wird solange debattiert, bis die Polizisten entnervt aufgeben und ich habe die Strafe gespart. Von dreimal angehalten zu werden, habe ich bis jetzt dreimal gewonnen. Ansonsten ist mein Beifahrer eher ruhig, um nicht zu sagen, wir unterhalten uns fast gar nicht. Die Strecke ist langweilig, da wir ja schon so viel gesehen haben. Jetzt ist Mittagspause, halbfünf. Frank hat sich was zu Essen bestellt und ich trinke einen Kaffee. Dann geht es weiter, langsam möchte ich auch wieder nach Hause. Wir sind weiter gefahren und es sind nur noch 380 Kilometer nach Marrakesch. Das Dorf heißt … Morgen fahren wir nach Ouarzazate. Dann am Montag nach Marrakesch. Ich bin satt von dem was ich hier alles gesehen und erlebt habe. Ich würde Gas geben und nach Hause kommen, Frank möchte sich hier noch alles ein wenig ansehen. Es soll so sein. Wir haben uns heute auf einem Camping Platz eingemietet, purer Luxus. Die Duschen sind warm und sauber, WC auch nach europäischen Standard und Handwaschbecken, die noch an der Wand hängen. Außerdem WIFII, d.h. Internetanschluss. Jetzt sind wir noch ein wenig hier in der Stadt und warten bis Schlafenszeit ist. Gegessen habe ich Frühstück und eine große Tüte gebrannte Mandeln. Dafür umso mehr Kaffee getrunken. Für heute gibt es nicht mehr zu erzählen, ich glaube morgen bin ich im IBIS-Hotel. Alle die Skype haben, z.B. Ascher, Rene u.s.w. können ja vielleicht abends online sein. Bis morgen, Gruß aus der Sonne, Ronny



Sonntags beim Friseur

Sonntag, den 28.02.2010

Wir waren auf einem Campingplatz in Boumalne Dades, der bis jetzt der beste war. Schöne sanitäre Anlagen, sauberer Platz, Internet-Wifii und wenig Franzosen, dafür ein schönes Frühstück. Jedenfalls waren wir gestern Abend noch in der Stadt und haben uns bis neun die Zeit vertrieben, bis ich telefonieren konnte. Was macht man in einer fremden Stadt (Dorf)? Wer mutig genug ist lässt sich die Haare schneiden und rasieren … Und was habe ich gemacht? Logisch, genau das habe ich gemacht, alles ist gut gegangen und ich lebe noch ohne die geringste Verletzung und das alles für vier Euro, da lacht mein Steinbock-Herz. Auf dem Campingplatz angekommen habe ich noch etwas am Computer gemacht und dann gegen Mitternacht schlafen gegangen. Heute habe ich lange geschlafen, so gegen halbneun bin ich aufgestanden und in die Stadt gejoggt. Dort dann noch einen Latte Machatio, also eigentlich eine warme Milch mit einem Hauch von Kaffee. Ich habe kurz telefoniert und bin wieder hoch zum Campingplatz gejoggt. Frank war schon wach und hat gewartet. Ich war dann in Ruhe duschen und habe dann gefrühstückt. Das war ausreichend und gut. Wir sind dann los in Richtung Ouarzatate, dort waren wir ja schon. Da es jetzt erst zwei Uhr mittags ist und wir schon da sind, haben wir beschlossen nach Marrakesch weiter zu fahren. Allerdings machen wir jetzt erst eine Mittagspause in einem besseren Restaurant. Wir lassen es krachen und essen heute für 15 Euro inklusive der Getränke. Also für diese Verhältnisse hier ist das schon mondän. Wir sind dann weiter gefahren nach Marrakesch, wo wir uns jetzt befinden. Dort wollen wir heute und morgen bleiben und uns ein wenig die Stadt anschauen. Dann werden wir in Richtung Heimat aufbrechen. Ach, ich freue mich schon, alle meine Lieben wieder zu sehen. Für heute suchen wir noch einen Übernachtungsplatz, was auch nicht einfach ist, da ich ja auch noch ins Internet möchte. Bis Morgen, Ronny und Frank


Montag, den 01.03.2010 - Ende

Frank und ich habe beschlossen, nachdem wir losgefahren sind, in einem Rutsch nach Berlin durch zu fahren. Ursprünglich wollten wir ja in Marrakesch noch zwei Tage verbringen. Durch die Tour voriges Jahr kannten wir ja Marrakesch schon und langsam sind wir auch von den dreckigen Campingplätzen, Hotels und so weiter genervt. Dennoch haben wir uns eine Nacht auf dem Campingplatz in Marrakesch hingestellt, einfach heraufgefahren und uns hingestellt. Am nächsten Morgen hat Frank gesagt, fahre mal ganz langsam raus, als ob wir abhauen wollten. Das war ein Spaß, sofort kamen die Angestellten und hielten uns auf. Na ja, klar haben wir bezahlt, das mit der Sauberkeit muss man Leben, da unten kennen die Menschen das wohl nicht anders. Jedenfalls sind wir am Dienstag dann los, Richtung Fähre. So, bis dato sind wir ja gut durch gekommen aber hier war Schluss. Chaos ist gar nicht das richtige Wort, was da abging, dieses Wort müsste man erst erfinden. Stau, Gehupe, Geschreie, überall Menschen, die aussahen als ob die dort arbeiten würden (Trugschluss, selbstgebastelte Ausweise und so). Es ging nicht voran, erst anstellen an der Passabfertigung, dann ewiges Warten bis man von der Polizei auseinander genommen wurde (also das Auto) und dann wieder warten bis man auf das Boot herauf durfte. Vorher noch eine Polizeikontrolle der Spanier, nicht sehr effektiv. Wir hätten eine Bescheinigung gebraucht, dass uns die marokkanische Polizei schon kontrolliert hat. Die hatten wir nicht und nach einem kurzen Palaver (ich spreche nicht spanisch und der Polizist nur spanisch) wurden wir durch gewunken. Endlich auf den Boot, endlose Stunden verloren, dennoch glücklich, endlich auf der Fähre. Dann war ja alles ganz einfach, volle Pulle Richtung Berlin, kurz schlafen, meistens wenn der Partner gefahren ist, konnte der Andere schlafen. Nach 36 Stunden Berlin. Warme Duschen, Toiletten auf die ich sitzen kann, Fleisch so viel ich mag und alles sauber. Ein Bett ohne Sand und W A R M E D U S C H E N ! Alles was für uns hier so selbstverständlich ist, das alles hat uns dort gefehlt. Man sollte nie vergessen, wie gut es uns doch eigentlich geht. Angefangen von den Grundbedürfnissen über Selbstverständlichkeiten wie eine ärztliche Versorgung. Wir haben viel gesehen, habe kontroverse Gespräche geführt, Frank hat super navigiert und uns immer wieder an ein Ziel gebracht (Spruch von Frank: Wo ein Weg ist, ist auch ein Ziel) wenn es auch nichts war, ha, ha. Dennoch, wie heißt es so schön: ZUHAUSE IST ES AM SCHÖNSTEN. Das finde ich auch, meine Freunde, mein Umfeld, ohne das ich nicht so gut Leben könnte. Damit schließt sich das Tagebuch, wir haben viel gesehen, über viel nachgedacht und vielleicht auch unser Bewusstsein für die Selbstverständlichkeiten erweitert.


Schlussbemerkungen

Ja liebe Leser, ich glaube hiermit schließt sich nicht nur das Tagebuch sondern auch eine Periode meines Lebens. Da unten könnte man so viel helfen, besonders jetzt, wo ganze Dörfer weg gespült wurden, Straßen verschwanden und die Menschen am Wasser saßen und darauf warteten, dass es wieder weg ging, abgeschnitten von ihrem Wohnort, Bekannten und Familie. Dennoch werde ich wohl erst mal nicht weiter mein Ziel verfolgen, Schützen-Hilfe zu leisten. Ich glaube das kann die Menschen auch stark überfordern, da die Einstellungen so weit auseinander liegen, dass ich glaube, ich kann da gar nichts tun. Dennoch werde ich jetzt erst mal die Eindrücke verarbeiten müssen, wir waren ja in den ärmsten Regionen, die es da unten gibt. Ich bedanke mich nochmals aufs Herzlichste für Ihr Interesse und hoffe es hat Ihnen auch etwas Spaß gemacht, das zu lesen. In diesem Sinne, Gruß Ronny Fiedler