Tagebuch der Rallye
27. Februar 2009 - 9:00 Uhr
Heute ist es soweit, die Reise und das Abenteuer geht los.
Die Möhre ist voll gepackt und voll getankt.
Aufstehen, Müll rausbringen, abwaschen, noch mal schauen ob ich nichts vergessen habe und los.
Durch die unglückliche Konstellation mit dem Event in München werde
ich gleich zum zweiten Sammelpunkt fahren - Hohberg.
Lieber Gott - lass das Auto die Reise durchstehen.
27. Februar 2009, 21:15 Uhr, Fahrstrecke 768 km
Heute habe ich mich aufgemacht zum ersten Etappenziel.
Das war eine Fahrt, die Möhre ist laut,
verbraucht 10 Liter Diesel und will eigentlich gar nicht die Strecke fahren.
Höchstgeschwindigkeit so um die 110 km/h,
am Berg so um die 70 km/h. Nochmals vielen Dank an die netten LKW-Fahrer,
die probiert haben mich anzuschieben.
Ich bin jetzt in Hohberg angekommen, müde und zerknittert.
Die tollen Schalensitze treiben ganz langsam meine Wirbelsäule
in meinen SchNddel. Das wird ein Spass! Es gibt leichte Geräusche
vorne rechts
am Auto,
woher diese stammen kann ich jetzt noch nicht sagen. Sollte der rechte
Reifen abfallen, dann weiß ich es.
Gleich werde ich mein reserviertes Zimmer beziehen,
mal sehen was das noch an Überraschungen parat hält.
Morgen dann die Veranstalltung,
alles neue Gesichter und das große Kennenlernen. Bis dann … Euer Ronny
28. Februar 2009, Fahrstrecke 0,00 km
Das war gestern noch eine Schei… Ich sollte um 22 Uhr bei der
Pension sein, um mein Zimmer zu beziehen. Ich war da! Ok, 15 Minuten sind
bei Frauen ja gar nichts, nach 30 Minuten wird Mann schon ungeduldig
und ab 60 Minuten muss das schon eine Superfrau sein.
Ich wartete rund 90 Minuten, als die Herbergsmutti in bester Stimmung
vom Musikfest kam. Ich, tot müde, ins Zimmer und nur noch schlafen.
Heute schon um 7 Uhr aufgewacht. Jetzt, nach dem Frühstück, versuche heraus
zufinden, wo der nächste Treffpunkt in Frankreich ist. Leider sind die Angaben
des Veranstalters so ungenau, dass ich mein Navi dafür nicht gebrauchen
kann.
Ich hoffe heute Abend bei der Veranstaltung erhalte ich genauere Angaben.
28. Februar 2009 14:00 Uhr
Ich habe das Auto schon für die nächste Etappe vollgetankt und gleich die Zeit
genutzt den Ölstand zu kontrollieren.
Dabei ist mir aufgefallen, dass der Wagen wohl einen Verbrauch von
einem bis zwei Liter Öl auf 1000 km hat.
Da ich aber nur 5 Liter Öl mitgenommen habe,
bin ich gleich los und habe noch weitere 5 gekauft. Jetzt warte
ich bis 16 Uhr, dann geht hier die Veranstaltung in Hohberg los.
Dann werde ich zum ersten Mal die restlichen Teilnehmer kennen lernen,
dazu später mehr.
28. Februar 2009 16:00 Uhr
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So, ich war kurz auf der Veranstaltung in Hohberg und habe einen Überberblick
der anderen Fahrzeuge bekommen.
Besonders cool war ein VW-Käfer. Die anderen Teilnehmer konnte ich nicht
kennen lernen, das liegt wahrscheinlich daran, dass ich kein Teamspieler bin.
Ich denke, ab Marokko, wenn wir dann alle zusammen sind,
wird es sich schon ergeben. In Hohberg war die Veranstaltung öffentlich,
so dass ich gar nicht erkennen konnte, wer mit führt und wer nicht.
Jetzt ist noch Essen, Party mit Musik und Trinken (was auch immer) angesagt.
Da morgen die Tour allerdings 890 km lang ist, ziehe ich es vor in Bett
zu gehen und richtig auszuschlafen.
Der Starttermin ist zwischen 7 und 9 Uhr. Da mein Fahrzeug aber auch nicht
so will wie ich (von der Geschwindigkeit her) kalkuliere ich 11 bis 13 Stunden
Fahrt. So, für heute war es das erstmal.
Ich fahre jetzt in meine Pension,
schaue noch etwas Wetten dass und mache mich morgen,
hoffentlich ausgeschlafen, auf dem Weg.
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Treffen in Hohberg ohne Startnummer 0153
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1. März 2009, 17:50 Uhr, Fahrstrecke 868 km
Heute ging die Tour von Hohberg nach Frankreich - Angouleme. Bin um 6 Uhr
aufgestanden, 7 Uhr Frühstück und dann so gegen 7:45 los.
Unterwegs habe ich zwei Fahrzeuge der Tour überholt,
somit war ich nicht der langsamste. Mein Rücken ist jetzt allerdings das
Negativ von dem Fahrersitz, mehr als 150 km in diesem Sitz ist
Körperverletzung. Die Adresse des Hotels die im Roadbook steht,
steht auch genau so im Internet. Also nicht die Schuld der Veranstalter,
sondern mein Navi kennt die Straße nicht. Zwischendurch war eine Baustelle
und schon ist das Navi zusammen gebrochen,
da ich aber das Roadbook immer zur Hand habe,
konnte ich diese Panne meistern. Allerdings wäre ich für
den Tipp dankbar
gewesen, dass man bei der Mautkontrollstelle mit Kreditkarte zahlen muss.
Jedenfalls hätte sich dann nicht halb Frankreich hinter mir aufgestaut
und mir hupend zu verstehen gegeben, dass ich weg machen soll. Die Dame aus
dem Lautsprecher hat in französisch auf mich eingeredet. Ich habe immer
und immer wieder versucht mit englisch weiter zu kommen.
Die Dame kam dann zu mir an den Wagen und redete immer weiter französisch
auf mich ein. Bis ich Ihre Hand nahm, 20,00 Euro rein legte,
da wusste auch Sie was ich wollte. Kurz darauf kam Sie mit dem Rest Geld
zu mir und die Schranke ging wie von Zauberhand auf.
Ich also weiter und auf einmal sehe ich mir was bekanntes:
MC DONALDS. Ich also auf die Bremse und rein in den Laden. Nun ja,
auch da wurde nur französisch gesprochen,
aber die Produkte haben ja überall den gleichen Namen.
Die Stückzahl zeigte ich per Hand und eine kleine Ewigkeit später hielt
ich die begehrten Burger in der Hand.
Nun muss ich Euch sagen, nachdem ich voller Heißhunger in den Burger biss,
in Frankreich ist was anderes drin und es schmeckt auch völlig anders.
War mir aber egal, ich hatte Hunger. Ich kann es kaum abwarten,
mein Auto seinem Zweck zu übergeben.
Sandige Straßen, unbefestigte Pisten und Wege, die kaum zu erkennen sind.
Für die Autobahn ist das Autochen nun wirklich nicht gemacht,
außerdem fängt es schon an zu mucken.
Mal leuchten die Kontrollampen, dann wieder nicht, was soll ich davon halten.
Schneller ist das Auto auch nicht geworden,
ich dachte vielleicht fährt es sich ja ein.
Jetzt bin ich im Hotel,
einige der Teilnehmer sind schon da.
Eine Teilnehmerin habe ich angesprochen,
aber die hatte wohl keine Lust zu reden und gab mir nur widerwillig
Auskunft mit dem Ablauf hier im Hotel. Ich werde jetzt duschen, die Adresse
für morgen mir raussuchen und früh schlafen gehen. Morgen etwa 900 km,
ich darf gar nicht daran denken. Bis Morgen, Ronny.
Ich nochmal, habe jetzt einige der Teilnehmer kennen gelernt.
Zwei junge Männer aus Bayern sind voll ok,
ein Arzt der auch sehr moderat ist.
Dann noch zwei andere Teilnehmer, möchte hier nicht sagen wie diese
Teilnehmer heißen, sind nicht mein Fall.
Aber nicht immer passt man zusammen. Die Veranstalter sind echt dufte Typen,
da habe ich erst einen falschen Eindruck gehabt.
Langsam werde ich sukzessive alle Teilnehmer kennen lernen. Das wird bestimmt
spannend. Mein Auto macht mir Sorgen, die Instrumenten leuchten sind jetzt
auf Dauerstrom. Ich hoffe es hält alles bis Banjul. Das Zimmer,
das ich gemietet
habe, ist auch ein Knaller. Ich habe verzweifelt die Dusche und das WC
gesucht, ich hätte auf dem Flur suchen müssen.
Frankreich ist ganz schön teuer,
außer der Diesel, der ist billiger als in Berlin.
So, ich muss jetzt schlafen, morgen wieder stundenlang fahren, bis nach Spanien.
2. März 2009, Fahrstrecke 300 km
Alles Scheiße,
die Lichtmaschine ist mir um die Ohren geflogen
und jetzt kann ich sehen wo ich eine neue her bekomme.
Ich rase durch die Ortschaften,
leider gibt es so was nicht vorrätig,
da das Auto ja schon sehr alt ist.
Das blöde daran ist, außer dem exorbitalen Preis, auch noch, dass
ich heute die längste Strecke fahren muss.
Durch das Suchen einer Werkstatt und das Warten auf dem Einbau verliere
ich unendlich Zeit.
Ich war heute der Erste und als ich eine Werkstatt gesucht habe,
habe ich gesehen, wie mir die anderen Teilnehmer entgegen kamen.
Ich habe Tränen in den Augen und ärgere mich,
die Lima nicht schon in Berlin gewechselt zu haben.
So, ich werde jetzt warten müssen bis das Baby wieder in Ordnung ist,
das Geld werde ich abschreiben unter Erfahrung. Wenn das so weiter geht
bekommen die Gambianer ein generalüberholtes Fahrzeug,
was daran schon alles neu ist.
In der Werkstatt haben die erst mal das Fahrzeug komplett angesehen
und mir brannte die Zeit unter den Nägeln.
Aber etwas stolz war ich schon.
So den Rest des Tages schreibe ich dann heute Abend,
wenn ich weiß_ was noch alles so passiert ist.
2. März 2009, Fahrstrecke 635 km
So, wo soll ich anfangen, also die Lichtmaschine ist neu und funktioniert
auch einwandfrei.
Die Fahrt ging mir heute leichter von der Hand,
mein Körper hat sich mittlerweile an den Sitz gewöhnt.
Ich bin dazu übergegangen, barfüßig zu fahren,
das ist um weiten bequemer als mit Schuhen.
Groß_es Lob an mein Navi, das heutige Hotel,
was viele nicht auf Anhieb gefunden haben,
ist bei meinem Navi unter Hotels gespeichert. Das war super,
mich hat eine Frauenstimme bis fast ins Zimmer geführt.
Gestern in Frankreich war das Fahren super entspannend.
Die Franzosen sind super moderat in Ihrer Fahrweise.
Heute in Spanien es gerade das Gegenteil,
einen Unfall neben mir durfte ich auch beobachten.
Heute musste ich Serpentinen fahren, bis der Kühler kochte.
Dolle Wurst, ich habe die Heizung auf volle Pulle gemacht,
geschwitzt wie noch was und langsamer gefahren. Langsamer als etwa
60 km/h auch wenn das fast unmöglich ist.
Hinter mir eine schwarze Rauchwolke von verbranntem Öl
(Fahrzeug braucht eins bis zwei Liter auf 1000 km).
Da ich eine zweite Batterie eingebaut hatte,
konnte ich vor der Reparatur das Auto wenigsten nochmal starten,
ich hatte somit Glück im Unglück. Ansonsten ist die Kuh echt gut
gelaufen, das Auto wird auch immer schneller.
Bergab hatte ich es schon auf fast 140 km/h,
was allerdings nur sehr kurzzeitig war.
Ich bin super erschöpft,
habe weder was gegessen noch was getrunken.
Es ist mittlerweile halb neun geworden und ich bin heute um
7:15 losgefahren. Mach mich gleich noch mal auf dem Weg was zu futtern
zu besorgen. Morgen, Gott sei dank, nur 690 km. Ansonsten habe ich den
einen oder anderen Teilnehmer gesehen.
Freundschaften haben sich noch nicht gebildet.
Ich freue mich auf Marokko, viel Platz und Sonne.
Bis morgen, Ronny
PS: An einen Marco O. Hier gibt es kein Schnee - ha, ha!
3. März 2009, Fahrstrecke 690 km,
Madrid Algeciras (Fähre)
Was kann ich Euch heute berichten?
Der heutige Tag war super,
das Auto läuft wie ein Bienchen und bei mir kehrt innere Ruhe ein.
Außerdem
habe ich in Frankreich,
aber auch hier in Spanien viele kleine Brüderchen und Schwesterchen
meines Autos gesehen. Ich liebe einfach die französischen Autos.
Gestern kamen uns unendlich viele Renaults entgegen,
war auch eine Rallye.
Heute habe ich es ruhiger angehen lassen, viele Pausen gemacht und unterwegs
was gegessen. Zum Ende der Tour habe ich noch einen Teilnehmer getroffen,
per Handzeichen zur Pause verabredet und
diese dann gemeinsam verbracht.
Ich gleich meinen Stromumwandler angeworfen,
die Kaffeemaschine rausgeholt und uns beiden einen Kaffee gekocht.
Die Begeisterung war auf meiner Seite.
Kurz vor unserem Ziel haben wir den Weg nicht mehr gewusst,
ich gleich zu einigen Taxifahrern gegangen und habe es mit meinem nicht
vorhandenen Spanischkenntnissen trotzdem geschafft,
das uns einer der Männer bis zum Campingplatz gebracht hat.
Heute morgen habe ich auch schon viele interessante Gespräche
geführt.
Es ist immer so im Leben, dass man von einigen Menschen denkt,
mit denen kann man gar nicht.
Dann merkt man aber, dass diese Leute was zu sagen haben und nette
Gespräche zustandekommen.
Andere wiederum produzieren sich gleich beim Kennen lernen,
aber bei der hohen Teilnehmerzahl ist das Portfolio so groß,
dass man sich aussuchen kann,
mit wem man Kontakt haben will.
Auf dem Campingplatz rücken wir sowieso dicht zusammen.
Mein Fahrzeug wurde bewundert und ich erntete Anerkennung.
Somit hat sich die ganze Mühe gelohnt.
Gerade habe ich mir noch was zu Essen gekauft und ich begrüßte alle
Menschen freundlich auf spanisch.
Das ist auch das einzigste was ich kann,
füllt aber gar nicht auf. Heute die erste Nacht im Auto,
mal sehen ob ich morgen fit bin.
Morgen ist die Überfahrt mit der Fähre. Bilder habe ich noch nicht gemacht.
Leider hat es heute den ganzen Tag geregnet, aber ab morgen wird es bestimmt
besser (Wetter). Dann geht es los, die Wüste ruft schon nach mir und
meiner Möhre. Liebe Grüße an meine Sponsoren und meiner Familie,
ich lebe noch und mir geht es blendend.
4. März 2009, Tanger (Fähre zur Überfahrt nach Larache), Fahrstrecke 140 km
Heute morgen sind wir gegen 9 Uhr los.
Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, das Auto ist zu kurz,
zu hart und ich habe gefroren wie in Sibirieren.
Außerdem habe ich nun alles kontrolliert, aber nicht ob die
hinteren Türen
bei aufgeklappten Bett auch schließen.
Logisch, dass ich damit sofort Probleme hatte.
Ein anderes Team hat dann von außen wie doll und verrN|ckt
die Tür ins Schloss gedrückt.
Nun kam ich aber nicht mehr raus.
Als der Druck auf der Blase immer stärker wurde, kam Gewalt ins Spiel.
Ich werde den Liegeplatz nochmals nachbearbeiten müssen.
Als ich dann morgens auf das WC gegangen bin,
duschte ein Teilnehmer. Er riet mir, mich auch zu duschen,
wer weiß wann wir wieder Gelegenheit dazu haben.
Warmes Wasser ist da, hier schau mal … Ich beschloss meine Sachen
zu holen und ebenfalls zu duschen,
mit dem Erfolg, dass das warme Wasser zu Ende war als ich gerade
eingeseift hatte.
Die Dusche hilf mir auch nicht weiter, um warm zu werden.
Dann die Überfahrt nach Tanger.
Gut das ich Reisetabletten dabei hatte (Schiffsgang), schlecht
dass diese im Auto waren, wo ich dann nach der Abfahrt nicht mehr ran kam.
Also war mir der Überfahrt lang schlecht. Jetzt stehen wir im Hafen und
müssen erst mal alle Formalitäten erledigen.
Das machen die Veranstalter und das kann bei der Menge der Teilnehmer
schon zwei bis drei Stunden dauern.
Dann muss ich noch mein Auto versichern und Geld tauschen.
Das Wetter ist nicht besser als in Berlin, etwa 14°C und Regen.
Dafür hätte ich nun wirklich nicht 3000 km fahren müssen
und heute Abend werde ich wohl wieder frieren. Dank des Stromumwandlers
kann ich wenigsten den Laptop betreiben.
Auf der Fährfahrt habe ich mit einem anderen Team besprochen,
dass wir im Konvoi fahren. Als sich mein Auto versichert habe und Geld
getauscht hatte war das Team schon unterwegs. DAS ZUM THEMA "WIR ALLE SIND EIN TEAM". Ich alleine los und habe mich dann einem anderen Team angeschlossen.
Als ich die Versicherung für das Auto abschließen wollte,
habe ich auch alle Leute verrückt gemacht.
Laut Aussage des Arbeiters der die Versicherungen verkauft,
ist mein Auto ein LKW. Von der Sache nach richtig, 2 Plätze eingetragen.
Zwei Leute habe ich zu meinem Auto geschleppt und erklärt das es ja nur ein
ganz kleines Auto ist. Ich habe solange gebettelt, fast schon geweint,
dass ich jetzt statt 110 nur 60 Euro zahlen musste. Zu guter Letzt habe
ich auch das Problem mit der zu langen Platte im Auto gelöst.
Mir hat man ein Schweitzer Messer geborgt und damit habe ich die Platte
(fragt nicht wie lange das gedauert hat) abgesägt.
Jetzt kann ich die Hecktüren beim schlafen auch verschließen.
Es ist noch zu sagen,
dass es bitterlich kalt ist und es regnet ohne Ende.
Jetzt ist es 20:21 Uhr und ich esse noch was und hoffe, dass ich diese Nacht
schlafen kann. Viele Grüße an alle meine Lieben!
5. März 2009, von Larache nach Marrakesch, Fahrstrecke 530 km
Gestern Abend war es noch eine lustige Stimmung,
ich stand neben einen Winzer und der holte seine Schätze aus dem Auto
und verteilte diese.
Es kamen immer mehr Leute die auch etwas vom Saft er Traube haben wollten.
Schlafen konnte ich wieder nicht,
da ich ab etwa zwei Uhr nur noch mich übergeben musste
und Durchfall habe. Bin heute schon vor allen anderen um 7 Uhr los gefahren
und habe unterwegs zweimal jeweils so zwei Stunden geschlafen.
Nichts gegessen, kein Kaffee und keine Zigarette - ja mir geht's
wirklich nicht gut. Da ich alleine fahre muss ich schon immer mal ausruhen,
so mittendrin. Morgen ist ein freier Tag,
den kann ich wirklich gut gebrauchen.
Bis dato war es ja so, dass wir einfach nur Kilometer gerissen haben.
Dadurch, dass ich so gemeckert habe,
ist glaube ich ein Umdenken erfolgt.
Zumindest habe einige Teilnehmer angehalten, um zu sehen was mit mir ist.
Jetzt kommt der Punkt wo erst Zusammenhalt aufgebaut wird.
Durch die Menge an Teilnehmern haben sich natürlich Gruppen gebildet.
Für heute kann ich nicht weiteres berichten, wir werden sehen, was der
morgige Tag bringt.
6. März 2009, Ruhetag, Fahrstrecke 0 km
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Nachdem es mir gestern so schlecht ging, ist es heute wieder besser.
Ich habe 12 Stunden am Stück geschlafen,
zweimal zum WC gegangen und wieder etwas gefroren.
Das Wetter ist leider nicht wie erwartet warm,
sondern eher für diese Gegend ganz schön kalt.
Eben habe ich mich mit dem Team der Mopped-Fahrer unterhalten.
Auch diese beiden Männer warten dringenst auf gutes Wetter.
Ich fahre heute nach Marrakesch rein,
mal sehen ob ich ein Internet-Kaffee finde.
Der Rücken schmerzt immer noch, der Ruhetag wird mir hoffentlich gut tun.
Meine Dusche auf dem Dach hat wieder Anerkennung gebracht,
ich freue mich darüber. Wie Ihr seht habe ich ein Internet-Kaffee gefunden,
ist alles etwas schwierig, hier wird nur französisch gesprochen.
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Treffen auf der Ralley
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Ich war in Marrakesch und zwar im Cyper Room,
habe in zwei Stunden die neusten Tagebucheinträge gemailt,
geskypte und dann noch einen Kaffee Latte getrunken. Die erste Nahrung
seit 24 Stunden, zwei Brötchen, französische weiß aber nicht wie die
geschrieben werden ( GRUSS AN RENE ). Dann die geniale Idee die
Rückfahrt mit einem Pferdetaxi. Super geil,
zweieinhalb Stunden langsam durch die Gegend,
alle Menschen gegrüßt und ich fühlte mich wie ein König.
Ok, die Fahrt hätte schneller gehen können, aber der Kutscher hat mir nicht
vertraut, wo ich ihm gesagt habe wo er lang fahren muss.
Als ich das Ibis Hotel zweimal auf meiner rechten Seite hatte und einmal
auf der linken Seite hatte, habe ich gemerkt, dass der Kutscher wohl
zur Sicherheit nochmals zurück gefahren ist.
Dennoch super, allerdings fast 10 mal so teuer wie ein normales Taxi.
Aber ich habe echt viel gesehen und die Menschen sind mir alle
freundlich begegnet.
Da ich die letzten Nächte so bescheiden geschlafen habe,
wollte ich es heute Mal mit der Luftmatratze versuchen.
Da ich aber immer in einer Parallelwelt lebe,
habe ich wohl die Stopfen vergessen oder verloren.
Immerhin habe ich einen Kompressor dabei,
so brauche ich die Matratze nicht mit dem Mund aufblasen.
Hilft mir aber nicht viel, ohne Verschlüsse … Ich habe mich,
wieder auf dem Campingplatz angekommen, geduscht und etwas gesonnt.
Dann noch das Auto gewaschen, GRUESSE AN ALLE SPONSOREN,
und wieder kamen einige Teilnehmer und haben meine Arbeit anerkennend gelobt.
Was ich mit den Sitzen falsch gemacht habe,
das habe ich wohl mit dem Rest des Autos richtig gemacht.
Morgen geht es weiter nach Plage Aglou, etwa 550 km.
Es heißt dann wieder früh aufstehen,
Hier sind aber viele Pfaue, die nicht gerade leise sind.
So werden die mich wohl morgen wecken. Heute war es wärmer,
kein Regen aber windig. So, an alle Grüße wie immer, mir geht es
wieder besser und ich werde jetzt noch eine Suppe kochen,
selbst ist der Mann
Bis morgen, liebe Grüße. Ich hatte noch Besuch von zwei
Lehrerern a.D. und nette Gespräche und neue Sichtweisen.
So jetzt wird es aber Zeit in mein geräumiges Bett zu gehen.
So früh wie hier auf der Reise bin ich ja noch nie ins Bett gegangen.
Und einen besonderen Gruß an meine Mutti
DER STOFF DES STUHLES IST SOFORT GERISSEN - ABER RONNY HAT PAKETKLEBEBAND
DABEI, Ha, Ha, Ha!
7. März 2009, Marrakesch - Zwischenstopp in Agadia, Fahrstrecke 250 km
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Gestern Abend habe ich noch mit zwei Jungs, 31 Jahre, aus Thüringen
zusammengesessen. Dann ins Bett und gefroren wie Sau …,
gegen zwei Uhr dann endlich abgenickt, bin sofort wieder von Teilnehmern
geweckt
worden, die sich die Kante gegeben haben und rumgegrölt haben.
Dann habe ich nur noch vor Kälte gezittert,
habe das Angebot der beiden Jungs, mir für heute eine Decke zu borgen.
Das werde ich dann dankend annehmen.
Wir sind im Konvoi losgefahren,
bis einer, der Winzer, falsch abbog.
Ich habe das beobachtet und sofort gewendet,
um ihm hinterherzufahren.
Leider habe ich die durchgezogene Linie nicht beachtet.
Die Polizei hat aufgepasst.
Es musste kommen was kommen musste, ich wurde angehalten.
Endlose Diskussionen auf französisch, englisch und Zeichensprache.
Ich weiß nicht, ob es an meinem Englisch, Sympathie oder an den Bonbons
meiner Frau lag, die ich gleich den Polizisten angeboten habe, jedenfalls
kam ich um die Strafe von rund 40 Euro rum.
Nachdem ich den gesamten Weg unserer Reise erklärt habe,
durfte ich mit den besten Wünschen weiterfahren.
Jetzt eine Pause bei Mc Donalds.
Schon kommen weitere Teams. Heute noch groß einkaufen,
dann geht's weiter.
Auto läuft immer noch super, außer dass die Autoelektrik zu
30 % ausgefallen ist.
Eine schöne Arbeit auf dem Campingplatz. Heute geht's noch nach Plance
de Anglu.
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Mit dem Pferdetaxi
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7. März 2009, 22 Uhr, Campingplatz
Also, wir sind um 22 Uhr, bei Euch 23 Uhr,
immer noch nicht mal in der Nähe eines Campingplatzes.
Meine Kollegen haben Probleme mit Ihrer Servolenkung am Auto und
wir stehen seit mehr als einer Stunde
in einer Werkstatt.
Was heißt hier Werkstatt,
eine total chaotische Werkstatt.
Dort wurde die Servoleitung demontiert,
dann die Stahlleitung mit einer Kupferleitung verlötet.
Mit einem Kabitentwickler und Sauerstoff wurden die Leitungen verlötet.
Meine Elektrik ist auch nicht einfach so zu reparieren.
Ich habe mich schon gefreut wie wenig Diesel ich heute verbraucht habe,
allerdings musste ich feststellen,
dass die Anzeige nicht mehr geht.
Wie auch die Warnblinkanlage,
Innenbeleuchtung und Zigarettenanzünder.
Hier sind viele fleißige Helferlein am Werk, alle sehr nett und
zugänglich. Viel gegessen habe ich auch noch nicht, wenn ich abnehmen
sollte, dann nur weil ich kaum zum Essen komme.
OK, Mc Donalds war heute wieder ein Pflichttreffpunkt, Ha Ha Ha!
In Agadir war ich im Internet-Kaffee, durch das suchen habe ich einiges
gesehen. Dort hätte ich noch gerne einige Tage verbracht und mir alles
genau angesehen.
Heute wirdN!NGs wohl eher spät,
ich bin jetzt schon recht müde und noch 100 km vor mir.
Trotzdem war der Tag sehr schön,
das Wetter super und auch mit den Jungs kam ich gut klar.
Jetzt hoffen wir alle nur, dass das Auto bald wieder flott ist und wir
zum Campingplatz kommen. Ich grüße alle meine Lieben,
in Gedanken bin ich ausnahmslos bei Euch.
So, bei unserer Zeit ist es jetzt 0:30 und endlich sind wir auf dem
Campingplatz angekommen. Die Reparatur war erfolgreich,
nur der Preis hat sich verdoppelt.
Also wir drei haben wie wild auf die Mechaniker eingeredet,
dann wurde es wieder etwas billiger.
Jetzt ist bei mir auch noch hinten das Licht ausgefallen,
aber jetzt ist mir alles egal,
ich will schlafen. Wir stehen heute am Wasser,
in der Stadt waren noch gute 17° C, hier ist es aber windig
und kühler,
da der Wind über dem Wasser kommt. So der Sandmann hat nach mir gerufen, alles weitere dann morgen.
8. März 2009, Plage Aglou nach Laayoune, Fahrstrecke 550 km
Heute geht es von Plage Aglou nach Laayoune Fahrstrecke ca. 550 km.
Nachdem ich wie ein Baby in Mamis Schoß geschlafen habe,
also das erste Mal auf der Reise nicht gefroren habe,
bin ich gegen sieben aufgestanden.
Eine geile Nacht, viele Eindrücke erst im Schlaf so richtig verarbeitet
und nochmals genossen.
Marrakesch war mir persönlich zu kommerziell -
zur sehr auf Touristen ausgerichtet.
Gestern allerdings in Agadir hat es mir besser gefallen.
Die Stadt ist laut, bunt, leider auch schmutzig und in den kleinen
Gassen tobt das Leben.
Heute bin ich mit den beiden Jungs wieder unterwegs
und wir lassen es ruhig angehen.
Ich habe heute den Ölstand des Autos kontrolliert,
durch die Tatsache, dass ich langsam hinter den beiden her fahre,
habe ich keinen Ölverbrauch mehr. (Hallo Rene, heute habe ich Unverständnis
geerntet, als ich erzählte, dass ich schon einmal mein Auto gewaschen
habe und jetzt noch innen und die Scheiben reinigen wollte.
Du mein Freund verstehst mich, da bin ich mir sicher)
Wir stehen jetzt an der Küste und schauen auf das Wasser.
Heute scheint zwar nicht die Sonne,
es ist aber trotzdem schön warm.
Wenn man so durch die karge Gegend fährt,
die wenigen Einheimischen ihre Arbeit verrichten in einer Ruhe,
die wir nicht kennen,
dann verschwimmen die Eindrücke der Landschaft mit den eigenen Gedanken.
Ich kann es nur so beschreiben,
dass ist wie Weihnachten.
In diesem Moment gibt es weder Ärger noch Sogen und kein Übel.
Nach einem Frühstück am Meer, Baby Omlett, sind wir dann weitergefahren.
Viele Grenzübergänge waren zu passieren und da habe ich einiges gelernt.
Ein farbiger Polizist hat meine Tätowierung auf dem Arm gesehen,
mir gesagt, dass ist in Afrika was ganz tolles und hat mich sofort durch gewunken.
Ein anderer Polizist, also eigentlich fast alle, erbitten Zigaretten.
Mein Vorrat an Zigarillos hat dadurch stark abgenommen.
Jedenfalls kann ich über Wartezeiten,
wie teilweise andere Teilnehmer hatten, nichts berichten.
Ich wurde immer sofort durch gewunken. Das andere Bestechungsmittel
sind Süßigkeiten. Sobald man an einer roten Ampel steht oder
überhaupt irgendwo steht,
langsam fährt kommen kleine Kinder.
Diese fragen auf jeder Sprache der Welt nach Geld oder Süßigkeiten.
Ich glaube das jedenfalls, eigentlich verstehe ich das gar nicht was die
Kinder fragen. Jedenfalls ist mein Süßigkeiten Vorrat, den ich bei hatte,
fast alles aufgebraucht.
Wir sind dann immer weiter ins Land gefahren, auf einmal
kam eine trostlose Gegend. Endzeitstimmung - hier wurde Mad Max gedreht.
Gott, … . Aber wenige Kilometer weiter war die Gegend wieder schön und
die Sonne kam raus.
Ich dachte bis heute, mit dem Auto komme ich durch die ganze Welt,
jeden Untergrund und schnell von A nach B.
Ab heute weiß ich verbindlich,
dass ich ein bis zwei Meter abseits der Piste nicht mehr weiterkomme.
Ich wollte mal testen wie ich mit dem Auto durch den Sand komme und bin
sofort stecken geblieben.
Gott sei Dank, haben mir die beiden anderen geholfen,
die Möhre da wieder raus zu bekommen.
Keiner hat es gesehen, schnell weiter.
Kurz vor dem Campingplatz wollten wir noch in die Stadt Tarfaya.
Kaum eingefahren strömten von überall Kinder in Richtung unserer Fahrzeuge.
Viel gesehen haben wir von der Stadt nicht,
gewendet und weg.
Alleine wäre ich da nicht gerne gewesen.
Zum Schluss der heutigen Etappe mussten wir noch den Campingplatz finden.
Dann ein Schild, nur noch 4,5 km. Das waren die längsten
4,5 km
meines Lebens.
Komplett durch die unbefestigte Gegend.
Mit Schrittgeschwindigkeit, und das für mich, wo ich doch immer so
ungeduldig bin.
Es waren heute rund neun Stunden Fahrt.
Ein Kamel Essen rundete den Tag ab,
und nachdem wir gestern durch die Reparatur des MB 100 erst sehr spät ins
Bett kamen, werden wir wohl heute kaum solange machen. Bis Morgen,
ich denke an Euch alle im kalten Berlin
9. März 2009, Dahkla, Fahrstrecke 590 km
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Nachdem wir die letzten Tage erst immer spät
auf den Campingplätzen angekommen sind,
haben wir uns vorgenommen, heute ganz früh aufzustehen
und früh los zu fahren.
Der Gedanke war gut, das Fleisch war schwach und so sind wir heute mal
wieder erst gegen zehn losgefahren.
Frühstück gab es auf dem Campingplatz,
wieder eine Grenze und zwei Zigarillos Verlust,
jetzt sitzen wir kollektiv im Internet-Kaffee.
Heute hat sich der Armin, der Winzer, uns angeschlossen,
ich freue mich auf einen lustigen Tag mit den beiden Teams.
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0153 im Sand festgefahren
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9.März 2009 Fahrstrecke ab Internet Kaffee
Online-Kaffee erledigt.
Jetzt noch ein Kaffee trinken und die Telefonkarte aufladen.
Die beiden warten schon auf mich und haben mir ein Kaffee spendiert.
Armin ist schon los,
ich suche Armin aber er ist schon verschwunden.
Jetzt geht es weiter,
wir haben aber erst 30 km geschafft.
Die ersten Kilometer ziehen sich,
aber heute müssen 550 geschafft werden.
Die Landschaft wird immer schöner,
die Pausen immer öfters.
Dadurch verrinnt die Zeit wie im Fluge aber der Kilometerzähler bewegt sich
eigentlich gar nicht.
Wir haben heute alles gesehen, von Ziegen auf einem LKW bis zu Kamelen,
die in freier Wildbahn grasen.
Die Sonne scheint und man muss aufpassen, sich nicht zu verbrennen.
Heute sind wenige Fahrzeuge unterwegs und wir sehen immer wieder
andere Rallye-Teilnehmer.
Die Gemeinschaft wird immer stärker,
jetzt halten auch schon die anderen an,
wenn man nur pinkelt,
schöne Wendung.
An den vielen Grenzen wird man gefragt,
ob man nicht was zu verschenken hat.
Ich wusste gar nicht, dass es hier so viele Grenzen gibt.
Dennoch komme ich dort immer gut durch,
allerdings sind meine Zigaretten bald zu Ende.
Die letzten 350 Kilometer ziehen wir durch.
Das andere Team mit dem ich fahre, haben Ihr Fahrzeug jetzt im Griff.
110 km/h sind jetzt möglich.
Die Sonne geht jetzt langsam unter und ein Auto fahren
ist kaum möglich.
So tief steht die Sonne.
Heute hat mich Meat Loaf begleitet.
Die Musik, die endlosen Straßen und diese unendliche Ruhe geben
einem seinen Gedanken eine neue Richtung.
Stundenlang kaum Menschen,
stundenlang Straßen fahren,
die nur geradeaus fahren und keine Sorgen haben.
So kann die Fahrt weiter gehen.
Morgen ist Ruhetag.
Auch mal schön, nicht jeden Tag bis zu 10 Stunden zu fahren.
Wir werden ausschlafen und uns dann die Stadt Dahkla ansehen,
kleine Einkäufe tätigen, Kaffee auf der Terrasse trinken und vielleicht
was schönes essen.
Ab Morgen wird es dann ernst.
Sand, kein Wasser aus dem Hahn,
kein WC und keine Dusche.
Wir werden uns dann in die freie Natur schlagen.
Angekommen auf dem Campingplatz,
geduscht und ab ins Taxi.
Heute wird gut gegessen. Ich hatte Calamares gegrillt, vorher eine Suppe
mit Zutaten aus dem Meer.
Heute bin ich satt, als ob ich einen Hubschrauber im Magen hätte. Noch kurze Gespräche mit meinen Mitfahrern und ab ins Bett. Morgen ist ein neuer Tag mit neuen Eindrücken.
10. März 2009 - Dahkla - Ruhetag
Heute ausschlafen, zumindest was man unter ausschlafen versteht.
Um acht, als ich die hinteren Türen öffnete und raus krauchen wollte,
stand Jan schon mit seiner Viedio Kamera vor meinem Auto.
Ein kurzes, &bdquoWehe Du filmst mich“
beendetet sofort diesen Versuch.
Heute haben wir Eier gebraten,
ich habe den Kaffee bei bei gesteuert
und wir haben in Ruhe gefrühstückt. Um zehn war eine kleine Einweisung
des morgigen Tages und jetzt sitzen wir wie gelassen noch bei unserem
zweiten Kaffee.
Dann holen wir uns ein Taxi und ab in die Stadt.
Das Auto muss noch vorbereitet werden,
Diesel in den Tank, alle Kanister füllen und Wasser komplett ausfüllen.
Auch Trinkwasser bunkern,
ab morgen sind wir dann 4 Tage
ohne jegliche Versorgung.
Auf dem Campingplatz habe ich mich sofort wieder eingesandet,
na, da bin ich gespannt wie weit ich komme.
Nachdem wir jetzt stundenlang
die Fahrzeuge vorbereitet haben wollten wir in die Stadt.
Am Campingplatz stand ein Taxi.
Wir haben gesagt, dass wir zu dritt sind.
Das war dem Taxi Fahrer zu wenig,
ich sagte voller Optimismus,
dass ich ein anderes Auto anhalte.
Meine beiden Mitstreiter beobachteten
das mit Abstand,
was Sie dachten konnte ich in den Gesichtern ablesen.
Es kam ein Auto,
ich auf die Straße und mit meinem gewaltigen Körper stoppte ich den
Kleinstwagen. Die Größe eines Fiat 500,
drei Leute saßen schon drinnen und der Fahrer sagte uns,
dass drei weitere Fahrer kein Problem wären.
So wie alles hier in dem Land - alles kein Problem.
Jedenfalls haben die Einheimischen erst einen von uns mitgenommen,
dann sind Sie zurück gekommen
und haben uns zwei mit in die Stadt genommen.
Als Bezahlung wurde vereinbart,
dass ich die beiden dann fahre, wenn die beiden in Berlin sind.
Jetzt sitzen wir mal wieder in einem der unzähligen Kaffees
und trinken wie immer Kaffee mit Milch.
Gleich noch ins Internet-Kaffee und dann noch -
ganz wichtig, eine passende Kopfbedeckung für die Sahara.
Heute werden wir noch die Fahrzeuge betanken damit wir morgen gleich los
können. Sitzen Jetzt im Internet-Kaffee
und versuchen eine Seite aufzurufen.
Die haben hier weder 16.000 noch 2.000,
sondern so um die 800 kBits/s.
Der Aufbau einer Seite dauert bis zu 10 Minuten, ein echtes Geduldspiel.
März 2009, …
Autos und Reservekanister sind auf voll getankt.
Einen langen Schal um uns vor Sonne und der Hitze zu schützen,
haben wir auch gekauft.
Ich natürlich in grün,
passend zum Auto.
Heute war das Wetter nicht so gut,
wenig Sonne und viel Wind. Allerdings campen wir am Meer.
Heute werde ich nicht so lange machen,
da wir gestern bis morgens um 2:00 geredet und getrunken haben.
In Dahkla haben wir noch mal gegessen,
ich habe leide schon wieder mit dem Magen.
War heute schon fünf mal auf dem Örtchen.
Nachher werde ich noch schön warm duschen, kostet hier einen Euro,
kalt ist umsonst. Ich nehme noch zwei Tabletten gegen Durchfall.
Heute ist Vollmond,
bestimmt werde ich nicht so gut schlafen.
Das Auto ist zwar nicht größer geworden,
aber ich habe mich schon daran gewöhnt.
Wie mit den Sitzen, obwohl wenn der wagen in der Sonne steht,
heizen sich die schwarzen Plastiksitze so dermaßen auf,
dass ich Eier darauf braten könnte. Heute ist Lagerfeuer mit Kuskus-Essen,
darauf habe ich wenig Lust,
die meisten Teams sind sowieso nur in Gruppen zusammen.
Morgen wird es endgültig ernst,
ich hoffe nicht, dass ich mich permanent einsande.
Mit den beiden Jungs habe ich ein Abkommen getroffen:
Ich sande mich ein und Jan & Jan ziehen mich dann raus.
Andersherum geht es auch nicht,
da ich die hintere Stoßstange an meinem Wagen mit Bauschaum
gerade so fest bekommen habe.
Es sit mittlerweile 20 Uhr,
schon sehr dunkel und ich mache für heute Schluss.
Heute grüße ich im besonderen Angela & Rene, und alle meine Lieben.
11. März 2009, Dahkla zur versteckten Düne, Fahrstrecke 320 km
|
Diese Nacht habe ich gut und lange geschlafen.
Mein Kreuz ist zwar mittlerweile verbogen,
aber nicht wie die anderen jeden Morgen das Zelt abbauen
und alles zusammen packen, das spare ich mir.
Darum ist der Nutzen im Auto zu schlafen so groß,
dass ich die Komforteinbußen in Kauf nehme.
Die beiden Jans waren gestern beim Kuskus-Essen und der eine der beiden Jan1
hat
sich bequatschen lassen,
beim Weltrekordversuch, den höchsten Reifenstapel in der Wüste,
alle unsere Reifen zur Verfügung zu stellen.
Beim genauen Nachfragen musste Jan2 und ich feststellen,
dass vielleicht unsere Autos oder unsere Nieren
vom Jan1 verkauft wurden.
Wir, Jan2 und ich, wissen auch nicht genau,
was da bei Jan1 falsch gelaufen ist. Vielleicht hatte er Mitleid
oder die mehreren Flaschen Wein die er verköstigt
hatte hat sein Teil dazu beigetragen. Vielleicht aber auch die Tatsache,
dass er jetzt seit Tagen ohne Frau ist, hat seinen Blick für das
Wesentliche vernebelt.
Jedenfalls hat er den gesamten Spott auf seiner Seite.
Er nimmt es wie ein Mann, was soll er auch tun.
Heute werden wir erstmal nur 270 km fahren,
uns dann um 16 Uhr treffen und gemeinsam im Konvoi zur Düne fahren.
Ab jetzt gibt es keine WC Anlagen,
kein Waschbecken oder andere Annehmlichkeiten mehr.
Egal, jetzt wo Jan1 wieder nüchtern ist,
kann er uns das auch nicht erklären, warum er die verbindliche Zusage
gemacht hat.
Bin schon gespannt, wie die Aktion ausläuft,
sollte es klappen werde ich das selbstverständlich
photographisch begleiten. Jetzt packen wir die Autos,
alle von uns aufgehängten Sachen sind noch viel Nasser bevor
wir die Sachen aufgehängt haben. Die Luftfeuchtigkeit hier am Meer ist
exorbitant. Jedenfalls kommt schon die Sonne raus, heute wird es wohl ein
schöner Tag. Wir fahren heute noch mal nach Dahkla, die Stadt ist schön.
Alles gepflegt und sauber.
Es scheint eine reiche Stadt zu sein. Armin besucht uns gerade,
Armin hat wieder Hummeln im Arsch,
die Ruhe hat ein Ende.
Alle sind ganz aufgeregt wie es wohl in der Wüste werden wird.
Wir sind jetzt in Dahkla und werden immer öfter angesprochen,
ob wir was kaufen wollen usw.
Außerdem scheinen hier Zigaretten
und deutsches Bier als Währung zu funktionieren.
Die Musik ist stark gewöhnungsbedürftig,
bald kehrt ja sowieso Ruhe ein.
Obwohl die Sonne hier gar nicht so doll scheint,
ist diese allerdings echt knackig.
Ohne regelmäßiges Eincremen ist man sofort verbrannt.
Einige Krebse aus unserer Gruppe
rennen hier schon rum. Meine beiden Kameraden warten schon im Kaffee auf mich,
noch schnell einen Kaffee trinken und dann geht es los.
Aber auch einen frisch gepressten O-Saft trinke ich hier
jeden Tag. Geld habe ich noch ohne Ende,
hier kann man preiswert leben.
So, meine Lieben, die nächsten 5 Tage bin ich in der Wüste.
Da werde ich wohl kaum das Tagebuch ins Internet stellen können.
Mir geht es gut, ich grüße alle Sponsoren, alle die mich kennen, meine Eltern, meine Freunde und Gitty. Bis in 5 Tagen … Ronny
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Sonnenuntergang
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Wir sind aus Dahkla losgefahren und haben Tempo gemacht. Jan und Jan haben
ihr Auto mit 120 km/h geprügelt, zwischendurch sogar noch eine Pause
gemacht, dann der Pflichttreffpunkt an einer Tankstelle. Das war auch nötig,
da ich durch die schnelle Fahrt fast den gesamten Sprit verbraucht habe.
Auto voll gemacht und noch gleich die Chance genutzt,
einen frisch gepressten O-Saft getrunken. Wir haben uns alle zusammengesammelt
und sind dann kollektiv los gefahren.
Etwa 20 km Landstraße, dann ab in die Büsche der Sahara.
Wir stoppten nach wenigen Metern und campen dort.
Wir sind dann sofort auf die Düne
und sind im Sand rumgetobt.
Einige Bilder geschossen und gleich die Kamera eingesandet.
Dadurch dass die Linse nicht komplett geöffnet hat,
entstanden aber interessante Fotos.
Wir haben unser Lager aufgeschlagen,
Tisch aufgebaut, Stühle aufgebaut und erstmal
einen Snack genommen. Es wird dunkel und ich habe, da ich ja ausgerüstet bin,
eine Lampe auf gehängt. Jetzt haben wir noch einen interessanten
Menschen kennen gelernt, einen Berliner. Dieser junge Mann hat sich nach
seinem Studium mit dem Fahrrad aufgemacht
und fährt seit einen halben Jahr durch die Welt.
Er hat vor, noch weitere 15 Monate durch die Welt zu fahren.
Und das alles per Fahrrad. Jetzt sitzen wir alle nett zusammen und
unterhalten uns super.
Er hat ein riesiges Portfolio an Geschichten.
Ich werde jetzt noch mal einen Kaffee machen und den Feierabend einleiten.
Morgen geht es wohl nur durch den Sand, ich will fit sein. Küsse an alle, Ronny
12. März 2009, Wanderdüne zur versteckten Düne, Fahrstrecke 150 km, Fahrzeit 8 Stunden mit Wartezeiten
Gestern Abend habe wir noch lange zusammen gesessen,
Geschichten und Erlebnisse mit dem Weltreisenden ausgetauscht.
Dann kam noch ein anderer Teilnehmer der Rallye und
fing an mit mir mir zu stänkern.
Er behaupte doch steif und fest,
mein Fahrzeug bringt 300 Euro, auf keinen Fall mehr als 800. Unter Zeugen
habe ich mit ihm eine Wette abgeschlossen. Sollte das Fahrzeug unter 1000
Euro ersteigert werden, so werde ich selbst das Auto ersteigern und
zurück fahren nach Berlin.
Die halbe Nacht konnte ich nicht schlafen,
da ich nur darüber nachgedacht habe.
Heute Morgen hieß es früh raus, 6:30 wecken, 8:00 Briefing und 8:30 Abfahrt.
Vorher noch ein großes Geschäft erledigen,
dass was eine Schei … in wahrsten Sinne des Wortes.
Alleine auf weiter Flur,
total windig hockend
das Gleichgewicht haltend,
ein Geländewagen in der Nähe vorbeifuhr konnte dies beobachteten,
das Papier flog wie ein Drachen im Wind,
es war echt eine Herausforderung.
Alles einbuddeln,
ich kann mir was komfortables vorstellen.
Meine Frau hatte mit den sanitären Gegebenheiten in jeder Beziehung recht,
aber was raus muss, muss raus.
Jetzt stehen wir seit einiger Zeit an der Grenze zu Mauretanien,
aber erst müssen wir aus Marokko raus. Jan und Jan und ich haben
erst mal einen Kaffee gekocht
und was gegessen.
Die beiden sind so lieb zu mir, teilen ihr Essen und Trinken,
ich habe bis dato kaum was eingekauft.
Das Wetter ist nicht wie erwartet warm,
sondern so um die 18° C bis 20° C und windig.
Der Sand geht in jede Pore, in jede Ritze und das gesamte Auto hat
einen Sandschleier.
So, jetzt heißt es Geduld zu haben,
was ja nicht zu meinen Tugenden gehört.
Aber hier laufen die Uhren anders.
Wartezeit Ausreise Marokko bis Einreise Mauretanien 7 Stunden.
Um zehn angereist und um
17 Uhr waren wir durch.
Die Sonne kam noch raus, tolle Wurst - in der Sonne gegrillt.
400 ml Sonnencreme auf den Körper geschmiert,
na wenn es hilft. Der Effekt war,
dass nun jedes Sandkorn auf meinem Körper klebte.
Jedenfalls ging es dann weiter.
Viele Visa haben gefehlt,
deshalb hat es wohl so lange gedauert.
Außerdem hat das Visum an der Grenze nur 20 Euro gekostet,
ich habe schon 68 in Berlin bezahlt - Shit happens.
Der Effekt war,
das nun jedes Sandkorn auf meinem Körper klebte.
Jedenfalls ging es dann weiter.
Wir haben uns dann gesammelt und sind weiter gefahren.
Fahrstrecke heute 170 km.
Dann ab in den Sand, ein kurzes Briefing,
damit erhielt ich die Nachricht, dass ich alleine fahre,
sitzt einer der Beduinen in meinem Auto.
Ich denke die schlechteste Option,
da ich schon nach wenigen Metern im Sand versunken bin.
Dank Jan und Jan, die gleich einen Schlupf raus holte,
halfen mir sofort. Die Beiden zögerten nicht,
mich Rückwärts raus zu ziehen.
Kurz vor dem Camp habe ich mich nochmal fest gefahren.
Da das gesamte Team zugeschaut hat, stürmten alle herbei,
um mich aus dem weichen Sand zu schieben.
Teamwork ist gefragt, und das wird hier in Perfektion praktiziert.
Wir platzierten unsere Fahrzeuge so, dass wir eine Plane spannen konnten.
Die beiden Jans haben gekocht (Dose warm gemacht) und ich habe uns noch
einen schönen Kaffee gekocht.
Langsam kehrt die Ruhe in mir ein.
Vor Morgen habe ich jetzt schon Manschetten,
die Reifen sind einfach zu schmal für den Sand.
Tempo ist gefragt,
dass ich über den Sand fliege.
Morgen wissen wir mehr, ich bin Hunde müde.
Bis morgen, dann gibt es die richtige Herausforderung,
etliche Kilometer durch die Wüste.
13. März 2009, …
An der Grenze haben sich gleich einige Personen mit Ausbildung zum
KFZ-Meister gefunden,
die sich mein Baby angesehen haben.
Ein Peugeot-Händler hat in kürzester Zeit den Fehler gefunden
und mit Hand auflegen die Schaltung repariert.
Ich kann das Auto jetzt wieder schalten,
etwas schwer gängig aber alle Gänge gehen wieder.
Allerdings macht das Auto jetzt echt komische Geräusche,
ich hoffe der Motor bleibt im Auto.
Jedenfalls habe ich jetzt nicht mehr so schlechte Laune.
Die Wartezeit an den Grenzen, Ausreise Maretanien -
Einreise Senegal hat so um die 7 Stunden gedauert.
Den Weg, den wir vorher gefahren sind, war irre staubig.
Ich habe das Auto ab geklebt, alle Fenster verschlossen und bei
76° C im Auto geschwitzt wie ein Schw …
Das Hemd, das ich an hatte,
war komplett nass,
die PCV Autositze halfen dabei.
Gestern Abend haben wir dann noch schön gegessen,
das erste Restaurant seit Tagen.
Dann habe ich noch etwas mit einigen Leuten zusammen gesessen,
ich war müde und wollte ins Bett.
Der Winzer Armin hat mich abgefangen und ich habe mit ihm
noch eine Flasche Wein geleert.
Gegen zwei war der Gang zu meinem Auto und ich schlief wie ein Kind.
Heute morgen dann ein Frühstück nach europäischem Standard,
ich habe es genossen. Die Sonne kommt raus und wir wollen noch in die Stadt
fahren. Satt und zufrieden,
Sonnenbrand an den Beinen, so sitze ich hier und bereite das Tagebuch
für Euch vor. Alles ist chic, der Stefan aus Dresden verbreitet
gute Laune. Wir sitzen alle am Frühstücks Tisch und haben Spaß.
14. März 2009
Früh aufstehen, 6:30, kein Problem, abends bin ich vor zehn im Bett
und schlafe wie ein Toter. 8:00 Briefing, heute soll es schwierig werden.
Ich habe wieder einen Guide dabei,
was kann mir passieren.
Ich verstehe mich immer besser mit ihm,
er hat sogar schon einmal gelacht.
Morgens muss ich immer in die Wildniss ein Loch buddeln.
Das ist zwar nicht besonders komfortabel aber nötig.
Wir sind alle zusammen losgefahren und
die ersten beiden Passagen gemeistert.
Jetzt stehen wir hier seit mindestens 2 Stunden in der brennenden Sonne,
ein Auto und ein Moppedfahrer werden vermisst.
Alle Allradfahrzeuge und Guides sind auf der Suche nach den zweien,
wir hoffen alle das Beste.
Ich könnte heulen, dass mein Fotoapparat defekt ist,
der Sand hat ihn hin gerafft.
Nichts geht mehr. Für jegliche Technik ist das hier der Tot,
vielleicht kann ich noch einen neuen kaufen.
Den Sonnenschirm meiner Mutti habe ich aufgestellt und
uns einen Kaffee gekocht.
Aber die Sorgen um die beiden bleiben.
Bis jetzt bin ich gut durchgekommen,
ich sitze hier unter dem Sonnenschirm und bis auf ein gekühltes Getränk ist
alles perfekt. Die Ruhe, ein leichter Wind und die unendliche Weite,
das ist schon beeindruckend.
Die anderen Teams werden immer netter, man rückt zusammen.
Klar, das Teilnehmerfeld ist super groß,
das bringt sicherlich größere Probleme mit denen man so nicht gerechnet hat.
Allerdings fühle ich mich persönlich bei
den Veranstaltern gut aufgehoben.
Es scheint, als wissen die Jungs was Sie machen.
Heute haben wir noch einige Kilometer vor uns und schlafen direkt am Wasser.
Dort können wir dann auch ins Meer gehen. Das bringt Freude und die
Strapazen sind bestimmt dann vergessen.
Nach endlosen vier Stunden dann die erlösende Nachricht.
Die beiden vermissten Teams sind gefunden und es geht ihnen gut.
Weiter geht es, alle Sachen hektisch einpacken und los.
Noch etwas Sahara, unwegsam und sandig. Ich höre nur noch in meiner Aufregung
Allez, allez (vorwärts, vorwärts). Das Gaspedal bis auf das Bodenblech gedrückt,
der Sand erlaubt mir nicht dahin zu fahren wo ich will,
das Lenkrad schlägt.
Kurz bevor der Motor anstirbt kommt eine feste Stelle.
Allez, allez höre ich nur,
der Schweiß strömt, nicht nur weil es super warm ist,
sondern Allez, Allez.
Mit letzter Kraft und Anlauf,
der Wagen bäumt sich nochmal auf,
komme ich durch den Sand.
Jaaaa, nicht eingesandet,
noch nicht einmal eingesandet.
Das Gefühl unschlagbar zu sein kommt in mir hoch.
Ok, der Guide hat mir auch ein paar Anweisungen gegebn,
aber auch so habe ich immer gut zugehört,
wenn sich die Teilnehmer so unterhalten haben,
wie man was macht. Weiter geht es am Strand,
also etwas abseits.
Pelikane und andere Vögel habe ich gesehen,
wir fahren durch einen Vogelnaturpark.
Dann ein Stop zu sammeln,
viele Hütten nur aus Holz zusammengezimmert
und unendlich viele kleine Negerkinder.
Die Panik macht sich bei dem einem oder anderen,
die Mitbringsel werden tütenweise aus dem Autofenster geworfen.
Eine schlechte Idee, die Kinder prügeln sich um den Inhalt.
Der Guide fährt mit mir zur Polizei, den Papierkram erledigen.
Wir können uns nicht verständigen,
aber auf einmal schenkt er mir ein Getränk.
Das hat mich wirklich gefreut, ich habe eigentlich von Ihm nur gehört,
Ale Ale. Dann noch eine Sanddüne
als letzte Hürde.
Ich muss wenden, Anlauf und Ihr wisst schon was ich jetzt höre.
Volle Blase durch den Sand,
der Motort schreit und der Guide auch.
Alles egal, ich fliege über die Düne.
Dahinter kommt sofort das Wasser, ich reiße das Lenkrad rum.
Kurz bevor das Auto in die Fluten taucht, bewegt sich der Wagen
in Richtung festen Boden.
Jetzt wusste ich auch warum der Guide so geschrien hat.
Noch 20 Kilometer dann sind wir am Etappenziel.
Campen am Meer, auf einer Düne. Logisch,
alle Fahrzeuge buddeln sich ein,
aber die Flut kommt und die Autos sollen darin ja nicht versinken.
Ein langer, trotz des Wartens auch anstrengender Tag.
Wir bauen unsere Wagen auf,
spannen das Zelt. Ich muss jetzt erst mal duschen und dann einen
Kaffee trinken, bin müde aber glücklich.
Ja, die Sahara hat es in sich,
verfahren ist ganz schlecht.
Tipp an den Veranstalter: Man braucht Manometer,
um den Reifendruck kontrolliert abzulassen (Ich fahre hier mit 0,80 bar)
und vielleicht sollten sich alle für 3 Euro ein paar Leuchtkugeln kaufen
und mitnehmen,
das heute hat vielen Angst gemacht, zumal ein Moppedfahrer ohne Wasser
vermisst wurde.
Alles ist gut gegangen und ich kann wieder in Ruhe einschlafen.
Das Meer plätschert, mitten in der Wüste kann ich Campen und diese Ruhe,
ich könnte mich daran gewöhnen.
Ich denke an Euch allen zu Hause und hoffe, dass ich bald mein
Tagebuch wieder versenden kann. Ronny
März 2009, Fahrstrecke 120 km, Startzeit 14-15 Uhr
Heute hieß es ausschlafen.
Also so bis acht, dann war ich wach.
Wir sind gestern ja schon um halb elf im Bett gewesen.
Bis etwa 14 Uhr Strandtag.
In Ruhe Kaffee trinken,
Frühstück essen und etwas quatschen.
Obligatorisch mit der Schippe in der Düne verschwinden.
Dann den Wassertank auffüllen,
gleich die Möglichkeit genutzt und das Auto gewaschen.
Jetzt noch etwas Sonnen baden.
Jan1 liest ein Buch,
Jan2 macht einen Strand Spaziergang und Ronny schreibt Tagebuch.
Nachher bekomme ich wieder den Guide ins Auto.
Der raucht im Wagen und macht die Asche in den Fahrgastraum.
Als ich das gesehen habe, dachte ich muss sterben.
Das war ein Palaber,
bis der wusste was ich will.
Dann hat er die ganze Zeit gepopelt und sich das in die Kleidung geschmiert.
Na, seine Angelegenheit.
Wetter ist soweit gut, ich muss mich immer Eincremen, sonst droht ein
Sonnenbrand.
Hier am Wasser ist es super windig,
dass hilft die Hitze zu ertragen.
Sonst alles ruhig.
Alles ist voller Sand, der ist so fein,
dass er durch jede Ritze kriecht.
Auto sauber machen fast sinnlos.
So gegen 16 Uhr sind wir dann los gefahren.
Alle kollektiv die Autos aus den Dünen schieben.
Ich bin einfach rausgefahren.
Ich hatte mich auch nicht fest gefahren
wie einen Tag zuvor.
Endlich der Startschuss.
Der Guide kommt. Astrein, super gut, echt geil.
Ich bin mit dem Guide das erste Fahrzeug.
Der Strand, den wir 20 Kilometer entlang fahren,
ist unberührt.
Ich genieße die Fahrt,
die Vogelschwärme vor uns,
die Sonne die alles in einen goldenen Schimmer taucht.
Das will ich in einem Foto festhalten,
so krame ich im Auto rum.
Dabei muss ich aufpassen, nicht ins Wasser zu fahren,
der Guide hat sein Fenster offen, um zu sehen, ob alle Fahrzeuge uns folgen.
Es muss kommen, was kommen muss.
Eine Sekunde unkonzentriert und ich erwische eine Welle.
Das Wasser schießt durch das Beifahrerfenster ins Auto,
der Guide schreit - ist komplett nass,
ich reiße das Fahrzeug rum und fahre mich fast fest.
Ich lache, dass kann den Guide nicht beruhigen.
Scheiss egal,
ich bin hier nur einmal im Leben und würde das gerne dokumentieren.
Es geht immer weiter am Strand,
dann ein Stop.
Es wird ein Weg ausgesucht, wo wir vom Strand wieder auf eine Piste kommen.
Ale, Ale,
voll Speed durch Sand, Hügel, Gewächse und Müll.
Wie ein Irre rase ich durch diese Gegend,
das Auto kracht, es ächtzt, es will aufgeben.
Ich treibe es es voran,
es ist doch erstaunlich was ein Fahrzeug doch so viel aushält.
Sammeln und weiter geht es.
Die Reifen werden wieder aufgepumpt
und im Konvoi geht es durch die Nacht.
Mehrere Polizei Stationen werden passiert und so gegen 21 Uhr erreichen
wir dann den Campingplatz.
Campingplatz - ein besserer Parkplatz, der Strom fällt immer aus
und es ist Stock dunkel.
Ich bin schlecht gelaunt,
fahre noch mal los um mit Gitty zu skypen,
Essen gehen.
Das war der Gedanke, der sich dann aber auch sehr schnell in Luft
auflöst. Restaurant, Internet-Kaffee,
ein Wunsch, ein Traum.
Ich kaufe mir eine große Tüte Kekse,
etwas zu Trinken und tanke das Auto voll.
Dann zurück, viele Teilnehmer sind unzufrieden.
Das ist mir auch egal,
ich gehe ins Bett. Morgen wird es hoffentlich ein schöner Tag werden,
wobei wir da über die Grenze nach Senegal müssen.
Laut Informationen von den Veranstaltern wird es dort wohl wieder
sehr lange dauern.
Ich pflege meinen Sonnenbrand,
den ich mir gestern am Strand,
trotz Eincremens zugezogen habe.
Frühstück fällt aus,
ich habe zu lange geschlafen. Jetzt bereite ich mich auf die Abfahrt vor,
gleich geht es weiter.
16. März 2009, Nouakott St.Louis, Fahrstrecke 350 km
Los vom Campingsplatz,
rauf auf die Straße.
Erst ein kurzes Stück Teerstraße,
dann eine Piste.
Dort fahren wir nach einer Wartezeit von etwa einer Stunde los,
um nach 3 km umzudrehen. Diese Piste war schlecht befahrbar,
wir werden da mit unseren Autos nicht durchgekommen.
Also wieder runter von der Piste und zur nächsten Piste.
Diese 70 km haben es in sich.
So eine Piste seit ihr noch nie gefahren,
Staub ohne Ende und Löcher in der Größe von einem Fussballfeld.
Ich also so über die Piste gefahren,
so langsam wie nötig und so schnell wie möglich.
Auf einmal ein riesiges Loch,
nicht zu sehen und schön tief.
Also, kurz vor dem Einschlag sehe ich den Krater.
Ich bremse aber zu spät.
Das Auto schlägt in das Loch,
ein Knall und ein mörderischer Schlag.
Nichts geht mehr, Motor aus und Schaltung ohne Funktion.
Hilfe eilt herbei.
Auto mit gemeinsamen Kräften aus dem Loch gehoben,
Schalthebel im Innenraum demontiert,
so dass nur noch das Eisen aus dem Wagenboden ragt.
Die Quintessenz der Geschichte, nur der erste Gang ist manchmal da
und der vierte Gang.
Damit schaffe ich es hoffentlich noch nach Gambia.
Morgen ist ein freier Tag, vielleicht finde ich eine Werkstatt.
Jetzt stehen wir an der Grenze, warten ist angesagt.
17. März 2009
So, heute habe ich den Tag nur rumgegammelt,
das Auto sauber gemacht und versucht den Sand aus dem Auto zu bekommen.
Alles ist voller Sand,
das habe ich noch nicht erlebt.
Alles ist klebrig,
da wir ja überwiegend am Meer lang gefahren sind.
Heute ist hier auf dem Campingplatz ein Grillfest,
Trommler trommeln mit hoher Lautstärke.
Heute habe ich mich mit vielen anderen Teilnehmern unterhalten
und wieder mit „Tintentonerstation“ Stefan gelacht.
Die Erholung hat mir gut getan,
morgen geht es weiter nach Banjul.
So, ich werde mich langsam auf das Essen vorbereiten.
Der Service hier ist hervorragend,
WC und Duschen sauber. Allerdings duschen nur mit kaltem Wasser.
Bis dann, aus Banjul, es grüßt Euch alle euer Ronny
18. März 2009, St.Louis nach Gambi, Fahrstrecke 540 km
Leute, der Tag war echt aufregend, ich weiß gar nicht ob ich das in Worte
fassen kann.
Wir mussten heute ganz früh raus,
um 7:30 sollte Abfahrt sein.
Wurde mal wieder später - wir sind in Afrika.
Ich habe noch noch in Ruhe gefrühstückt und dann brauchte
ich kein Loch graben, der Campingplatz war wirklich guter Standard.
Also, wir sind dann losgefahren.
Aus St. Louis rauszufahren war schon die erste Challenge.
Dann einige Kilometer über Teer Straßen und
dann ab wieder auf eine Piste.
Mein lieber Freund, Löcher so groß wie ein Fiat 500,
staubig, das habt Ihr noch nicht gesehen.
Ich habe die Fenster zu gemacht,
rund 65° C im Auto. Ich dachte ich muss sterben,
Außentemperatur so um die 455° C. Ich also auf meinen
Plastiksitzen, null-atmungsaktiv,
gefahren und mich wie in einer Sauna gefühlt.
Die Piste wollte gar nicht enden,
ich habe nur gestaunt, wie viel so ein Auto aushalten kann.
Es knallte und quitschte.
Irgendwann, nach langen 10 Stunden haben wir dann die Grenze erreicht.
Durch Senagal mussten wir mit einer Polizei Eskorte,
was die Fahrt nicht schneller gemacht hat.
An der Grenze dann wie immer die hunderten von Einheimischen,
die ihre Waren anboten.
Es war diesmal einfacher die Sachen abzulehnen,
da hier Englisch gesprochen wird.
Diesmal ging es super schnell,
da wir auf der Gambischen Seite schon erwartet wurden.
Sann das ultimative Highlight. Durch die Straßen (Pisten) von Gambia standen
auf jeder Straßenseite unzählige
Einwohner, die uns zuwinkten.
Man kann sagen,
dass hier die Menschen immer freundlich sind,
immer lächeln und immer gerne winken.
Oftmals um uns anzuhalten und um Sachen zu fragen,
aber ich habe hier nie Aggressivität erlebt.
Als mich so durch die Straße fuhr,
alle Menschen mich anlachten und winkten,
da habe ich mich wie ein König gefühlt.
Die Menschen sprechen perfekt Englisch,
da kann ich nur stottern.
Jetzt stehen wir an der Fähre und warten auf Uuml;berfahrt.
Mittlerweile sind wir 12 Stunden unterwegs und ich bin müde
und habe Hunger.
Mein Auto ist belagert von kleinen Menschen, Kindern, die mich über alles
ausfragen.
Ich werde jetzt mal versuchen,
mein Englisch zu verbessern.
Ich mache mir noch einen Kaffee.
Jetzt stehen diverse Einwohner um mich herum
und bestaunen meine Technik.
Nach einer echt langen Wartezeit kommt die Fähre,
so wie alles in Afrika ist sie chaotisch.
Ich fahre rauf und werde so eingewiesen,
dass ich nicht mehr aus dem Auto komme.
Nur noch durch das geöffnete Fenster kann
ich das Fahrzeug verlassen.
Etwa 20 bis 30 Minuten dauert die Fahrt.
Ich stehe bei Stefan am Fahrzeug und wir blödeln rum.
Dann sammeln wir die Fahrzeuge und warten wieder.
Nach einiger Zeit, ich zähle nicht die Minuten, fahren wir durch Banjul,
mit Polizei-Eskorte, die sind Straßen für uns gesperrt und rote Ampeln haben
keine Gültigkeit.
Ich fühle mich wie der Kaiser von Deutschland.
Mittlerweile ist es 1:00 und ich bin seit acht auf den Beinen und unterwegs,
geradewegs zum Restaurant,
Spaghetti essen.
Nach einer Stunde werden wir alle am Ende
zum Campingplatz geleitet.
Noch in der Nacht folgt dann erstmal die Kontrolle der Toiletten.
Wider Erwarten ist alles im hervorragenden Zustand.
Ich mache mein Bett und schlafe auch sofort ein.
Trotz der Anstrengung ein Supertag.
19.März 2009, Campingplatz Banjul
Heute Morgen gegen 8:30 bin ich aufgewacht
und habe erstmal den Staub und Dreck von gestern abgeduscht.
Leider waren schon andere Teilnehmer duschen und somit stand nur noch
Kalt-Wasser zur Verfügung.
Dann ging es zum Frühstück mit einigen anderen Teilnehmern
und auf ein Hotel suchen.
Endlich mal wieder ausgestreckt schlafen, ja das wünsche ich mir.
Wir also los und auch gleich das erste Hotel ist super,
Pool im Innenbereich,
alle zusammen, Kaffee alles preiswert.
Eine Stunde Massage so um die 20 Euro.
Ich habe hier wieder mal Probleme mit dem Internet,
aber die Angestellten im Hotel sind sehr hilfsbereit.
Sonne brennt und ich gehe auch gleich in den Pool.
Zuvor muss ich noch mein Auto vom Campingplatz holen,
damit meine Sachen hier sind. Auf dem Campingplatz wurden sogar die
Fahrzeuge kostenlos gewaschen,
ich fühle mich hier wie im Paradies.
Hoffentlich reicht das
Geld, nicht das ich noch jemanden bitten muss,
mir Geld zu transferieren. Ich fühle mich jedenfalls Sau wohl.
Alles ist Ok,
ich bin fast ausgeschlafen und werde bald was essen.
Die Leute, mit denen ich unterwegs bin, sind nett und wir haben
jede Menge Spaß. So,
jetzt denke ich mal an mich selbst,
morgen gibt es mehr.
An alle daheim gebliebenen,
hier ist es Sau geil,
super Warm,
alle sind nett und lächeln Dich nur an,
keine bösen Worte,
kein Stress und nochmal,
superwarm und die Sonne scheint.
Ich hoffe Ihr seit etwas neidisch, dass
habe ich mir auch nach 7500 km verdient - ha, ha.
Ich warte noch auf meine Überraschung von Gitty und schalte
dann Handy und Computer aus.
Bis bald, Ihr Lieben, ich denke an Euch wenn ich im Pool sitze
und meine Cocktails schlürfe.
20.März 2009 Hotel Baobab in Banjul, Fahrstrecke 00,00 km
Gestern habe ich mein Auto angefangen auszuräumen
und auf dem Parkplatz war die Hölle los.
Die Einwohner wollten so alles kaufen,
was ich dabei hatte.
Aber kein Geld ausgeben, immer handeln.
Die anderen Teilnehmer haben Ihre Sachen verramscht.
Ich werde meine Sachen der DBO geben,
damit damit noch was sinnvolles gemacht werden kann.
Einige Sachen hat der Winzer Armin für mich verkauft,
bei der einen Stelle, einen Taxistand, haben die Einwohner erstmal
mein Wagenkreuz aus der Verankerung gerissen und es mir geklaut.
Das war das Ende meiner Verkaufsverhandlungen.
Die Scheiße brauche ich nicht.
Heute bis kurz vor neun geschlafen und dann ein Frühstück eingenommen.
War nicht die Welt,
ein Miniomlett und etwas Marmelade.
Wir waren eine große Truppe und haben wieder mal viel gelacht.
Jetzt sind einige los um Jetski zu fahren,
andere eine Bootstour machen und einige faulenzen.
Um 13:30 wollen wir gemeinsam zur Krokodil-Farm fahren.
Vorher werde ich vielleicht noch zur Maniküre und Pediküre gehen.
Hier ist es schön warm. Allerdings habe ich meinen Körper erstmal
aus der Sonne geschafft.
Eincremen hilft da auch nicht viel,
so brennt jetzt schon die Sonne.
Den ganzen Tag läuft hier Reggae-Musik
und es sind endlos Arbeiter hier,
die alles in Schuss halten.
Heute Morgen gab es kaum Wasser,
Warmwasser schon gar nicht.
Heute Abend sind wir auf einer Party der Veranstalter (DBO) eingeladen,
wird wohl wieder eine lange Nacht.
Die anderen Teilnehmer,
die hier bei uns wohnen, waren gestern auch in Feierlaune,
bis vier Uhr morgens.
Das Auto muss ich noch komplett ausräumen.
Hier geht alles drunter und drüber.
Leider wird hier auch versucht, uns leicht zu betrügen,
that's Live in Afrika.
Ansonsten alles chic.
Meine Mitfahrer in meinem Umfeld haben Sorge,
dass ich was schlechtes schreibe.
Völliger Blödsinn,
ich bin wohl kaum mit Leuten zusammen, die ich nicht mag.
Also hier nochmal mein Statement:
Alle Personen mit denen ich meine Zeit verbringe sind locker, nett,
lustig und auch schlau.
Ich würde mit niemanden anderen
außer mit Gitty und meinen
Freunden und
Familie
hier meine Zeit verbringen wollen.
He, Ihr seit alle ok.
So, jetzt mache ich weiter,
der Urlaub ist bald zu Ende und ich möchte mich noch ein wenig erholen.
Bussi Ronny.
21.März 2009 Banjul Hotel
Gestern war ich nicht bei der Party,
ich war mit Frank essen und dann dämlich quatschen.
Jedenfalls bin ich dann ins Bett,
konnte eigentlich bis morgens um vier gar nicht schlafen,
da eine Kolonie Frösche ohne Ende laut war.
Heute Morgen dann locker frühstücken
und danach zur Massage.
Die Massage war umsonst,
da ich Muttis Sonnenschirm eingetauscht habe.
Ich habe sowieso alles für fast nichts abgegeben,
Auto ist bis auf die Reifen,
Ersatzteile,
Feuerlöscher und Sanimaterial leer.
Dann haben Frank und ich eine Einheimischen beauftragt,
mit uns in die Stadt zu fahren, um die restlichen Kleinigkeiten loszuwerden.
Das war ein super Erlebnis.
Wir waren in Gegenden gefahren,
da wären wir allein gar nicht rein gekommen.
Der Einheimische war echt cool, es hat extrem Spaß gemacht.
Als Gegenleistung erhielt er dann mein T-Shirt.
Na, kein gutes Geschäft,
T-Shirt für 20 Euro verschenkt und 3 Euro und 50 Cent eingenommen.
Dennoch extrem spaßig.
Jetzt ist es 18:00 und ich habe mir was zu Essen bestellt.
Da hier aber von der Bestellung bis zur Anlieferung bis zu 90 Minuten dauert,
habe ich hier Zeit mein Tagebuch zu schreiben.
Ich war auch noch im Pool,
kalt so wie die Duschen.
Also Warmwasser habe ich hier noch nicht gefunden. Wir haben viel Kontakt
zu den Einheimischen, die wollen alles umsonst.
Alle sind unsere Freunde und Aggressivität habe ich hier
nicht feststellen können.
Es ist hier super schön,
die Leute super freundlich, immer bemüht einen zu befriedigen.
Ich bin sehr gerne hier,
alles ist eigentlich besser als ich dachte.
Zum Schluss muss ich sagen, dass ich nicht mehr im Auto schlafen muss,
ist eine echte Verbesserung.
Abends haben wir uns dann noch getroffen und sind zu acht
in ein Restaurant gefahren und haben das eingenommene
Geld in Nahrung umgesetzt.
Für umgerechnet 10 Euro kann man hier Essen und zwei
Getränke zu sich nehmen.
Abends haben wir dann noch im Hotel gesessen und gegen zwei bin ich dann
langsam ins Bett gegangen.
Martin und Hartwig, Prüfingenieur und Physiker,
haben einen Flussfahrt mit
einem der einheimischen Boote organisiert.
Montag fahren wir dann mit einem der Boote (etwa 5 m lang und 3,00 m breit,
aus Holz bunt angemalt) 100 Kilometer den Fluss runter,
schlafen dann in einer sehr einfachen Hütte und fahren am nächsten Tag
wieder zurück. Der Preis bewegt sich um die 300 Euro,
Mücken inklusive.
Hans,
der schon am Sonntag nach Hause fliegt hat mir sein Insekten Netz überlassen.
22. März 2009
Heute ist der große Tag, die Fahrzeuge werden heute versteigert.
Mein Auto ist soweit ausgeräumt, alle Teile, die zum Auto gehören,
bleiben im Fahrzeug. Es ist gewaschen und gereinigt.
Tank noch zu drei Vierteln voll.
Bin heute sehr früh aufgestanden, um 9:30 geht es dann los.
Da mein Fahrzeug ein kommerzielles Fahrzeug ist,
ist die Einfuhrsteuer geringer als bei einem PKW.
Ich hoffe aus diesen und aber auch da das Fahrzeug im guten Zustand ist,
kann ich einen guten Preis erzielen.
Wir haben noch mal richtig Werbung für die Versteigerung gemacht,
bin sehr neugierig auf diese Event.
Langsam kommen die anderen Teilnehmer
aus Ihren Zimmern und wir werden jetzt noch unser Frühstück einnehmen.
Immer das gleiche, etwas Ei, kaum auf dem Teller zu sehen, und Bohnen. Naja,
der Hunger treibt es rein …
Die Versteigerung findet im Stadion statt,
alle 53 Fahrzeuge haben sich da versammelt.
Ich bin einer der letzten,
kann also so um die 4 bis 5 Stunden warten bis ich drankomme.
Endlich ist es soweit, da ich mir ja ein Limit gesetzt habe,
sollte diese unterschritten werden das Fahrzeug selber kaufe und zurück fahre,
ist der Moment jetzt super spannend.
Meine Freunde vor Ort haben schon ausgerechnet,
bis wohin ich mit steigern müsste und machen sich lustig.
Jetzt geht es los, der Preis schießt nach oben,
aber unter meinem Limit bleibt er stehen.
Was ist los, der Schweiß schießt mir auf die Stirn,
meine Freunde rufen lachend „Ronny, jetzt bist Du dran“.
Das kann doch nicht wahr sein denke ich,
das schöne Auto.
Ich bin dabei meine Hand zu heben, da gehen die Gebote weiter.
Steine fallen mir vom Herzen,
Glück spiegelt sich in meinen Augen -
das Fahrzeug wird dann 400 Euro über meinem Limit verkauft.
Keiner kann es glauben, ich tanze und frohlocke
ein schönes Auto hat mehr gebracht als die VW-Busse und andere.
Ich fühle mich gut. Am Abend gehen wir dann noch alle essen,
nachher die Nach-Hause-Flieger zum Flugplatz.
Ich gönne mir das tollste Essen,
Kaptains Dinner,
Tintenfisch, Garnelen und Lady Fisch,
dazu Reis. Ich fühle mich gut.
24. März 2009
Die letzten zwei Tage haben wir eine Flussfahrt in einen der typischen
Schiffe gemacht.
Martin, Hartwig und ich haben uns ein Boot gemietet und sind dann 8 Stunden
den Fluss hoch gefahren.
Dann vor Ort haben wir übernachtet.
Während der Fahrt haben wir noch eine Insel entdeckt und
haben diese erobert.
Nicht ganz, die war schon von den Spaniern vor hunderte Jahren entdeckt
worden. Heute sind wir wieder zurück gefahren,
bis Mitte der Fahrt war alles ok.
Dann frischte es auf, das Boot kämpfte ums überleben,
alle wurden nass und ich wollte schon meine Schwimmweste anziehen.
Die Gicht peitschte gegen das Boot und ins Boot.
Auf einmal sprang ein Fisch, der in der Gicht war auf Martins
Schoss.Alle lachten und wir warfen den mutigen,
aber dummen Fisch wieder in den Fluss.
Jetzt haben wir alle geduscht, es ist genau 19:16 und wir gehen jetzt essen.
Noch zwei Tage, dann muss ich unter Tränen
wieder in das kalte Deutschland.
26.März 2009
Heute ist die Krokodil-Farm angesagt
und dann noch einige echte afrikanische Masken kaufen.
Also haben wir ein Taxi angehalten. Nach einer Woche
Gambia sind wir zu knallharten Verhandlungspartnern geworden.
Teure Taxi Fahrten gehören der Vergangenheit an
und so darf Hartwig den Preis verhandeln.
Das macht er ganz hervorragend und kurze Zeit später sind wir bei der
Farm. Der Taxi Fahrer musste allerdings mehrmals am Straszlig;enrand
stehende Passanten fragen,
wie er dahin kommt „Take it esay, that's Africa“.
Auf der Farm war eine kleine Ausstellung,
die mit Krokodilen nichts zu tun hatte,
dann ging es zu den gefährlichen Tieren.
Ich konnte eines davon streicheln und die Hand (Bein) schütteln.
So, dann gleich weiter zum Markt, jetzt kommen die Souvenirs ran.
Wir schlenderten über den Markt,
gefolgt von einem Einheimischen,
der stetig auf uns einredete.
Endlich wurde ein Laden, der Holzschnitzungen hatte,
gesichtet und von uns Touristen erobert.
Es wurde viel gekauft, noch mehr verhandelt und endlos bezahlt.
Ein wildes, lautes und kaum endendes Treiben.
Ich ging zufrieden aus dem Laden,
alles was ich mir vorgestellt hatte,
habe ich bekommen.
So,
vor dem Markt waren wir noch in einem Imbiss und hatten uns satt gegessen.
Jetzt ein Taxi suchen,
Preis verhandeln (man kann bis zu 75 % dabei sparen) und los ins Hotel.
Nein, wir wollten ja auch noch den Triumph-Bogen uns ansehen,
also dahin.
Taxifahrer wollte warten.
Ok, hoch auf dem Turm, ich fast atemlos kurz vor dem Herzinfarkt
oben angekommen und dann die Aussicht,
einfach schön,
eine Seite die Strände und das Meer und andere Seite die Stadt.
Runter dann mit dem Fahrstuhl und ab ins Cafe.
Taxifahrer wartet, aber das hatten wir ihm ja avisiert.
Nach einer kleinen Pause dann ab ins Hotel,
zweieinhalb Stunden Pause für jeden von uns dreien und abends
dann nochmals essen fahren.
Heute ging es in die Afrika-Bar und
ein jeder von uns bestellte das Captains Dinner,
Reis auf Salat, Shrimps, Tintenfisch und Ladyfisch,
teuer aber super lecker.
Dann noch schnell ein Cocktail und schon war es wieder einmal Mitternacht.
27.März 2009
Heute ist Abreisetag,
Sachen packen und alles vorbereiten.
Hartwig und ich zur Massage, Martin macht einen Strand-Spaziergang.
Nach der Massage nochmal duschen, jeder von uns schafft sein Gepäck
ins Zimmer von Hartwig, da wir dieses nach langen verhandeln länger nutzen
durften. Martin checkt seine Mails usw.,
Hartwig und ich machen einen Strand-Spaziergang.
Wir fahren dann noch mal in einen Vorort und essen was,
trinken was und beobachten die Leute.
Gegen 19 Uhr geht es los zum Flughafen.
Na, wie immer, einchecken usw. Der Flug geht dann um 21:00 los,
Zwischenlandung in Dakar mit 90 Minuten Aufenthalt und dann weiter.
Gegen 7 Uhr geht es dann ab Brüssel weiter nach Berlin.
Dann ist es geschafft,
Traurig und auch glücklich erreiche
ich Berlin.
Jetzt brauche ich erstmal einige Zeit um das alles zu verdauen
und zu verarbeiten. Ich bin echt müde und habe viel erlebt.
Bleibt abzuwarten wann es wieder losgeht …
Tagebuch zu Ende, vielen Dank, Euer Fiedler